Die deutsche Milliardenschuld

Die Nazis stahlen Griechenland auch Geld. Von einer späten Rückzahlung will die Bundesregierung jedoch nichts wissen

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Die Nazis pressten Griechenland 1942 eine Zwangsanleihe ab. Mögliche Forderungen sind heute Milliarden wert. Nun macht »Bild« in der Sache Front gegen SYRIZA-Chef Tsipras: »Er will uns ans Geld.«

Die »Bild«-Zeitung ist schwer im Wahlkampf gegen die linke SYRIZA in Griechenland. »Europa in Angst«, schlagzeilte das Kombinat für Vorurteile angesichts der bevorstehenden Neuwahlen. Alexis Tsipras habe sich auf Deutschland »eingeschossen«, wird in unnachahmlicher historischer Sensibilität behauptet - immerhin geht es der »Bild« auch um Ansprüche, die in Griechenland wegen der Nazi-Besatzung im Zweiten Weltkrieg erhoben werden. »Sogar Reparationszahlungen« würden von SYRIZA geltend gemacht.

Sogar! »Bild« nennt die Forderung »dreist und gefährlich«. Kurz darauf wurde unter der Überschrift »Hetz-Protokolle des linken Griechen« nachgelegt. Das Blatt hat dazu eine Äußerung von SYRIZA-Chef Tsipras zitiert: »Die Frage des Besatzungsdarlehens steht für uns offen. Vom ersten Tag an, von dem wir an der Spitze des Landes sein werden, wird das zur offiziellen griechischen Position werden.« Bei »Bild« wird daraus »Er will uns ans Geld«, ...


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