Zwei Stunden bis zur Badewanne

Usedomer wollen Wiederaufbau der direkten Bahnverbindung zwischen der Insel und Berlin

  • Von Martina Rathke, Usedom
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Bis 1945 kamen die Berliner in zwei Stunden per Bahn nach Usedom, heute sind es fast vier. Ein Bündnis wirbt für den Wiederaufbau der früheren Strecke, auch das Land wurde aktiv. Doch es gibt Bedenken.

Der Kontrast könnte nicht größer sein: Ein riesiger Koloss aus Stahl trotzt im Wasser zwischen der Insel Usedom und dem sanften vorpommerschen Festland. Bis 1945 rollten Züge aus Richtung Berlin über die Karniner Brücke bis nach Swinemünde, dem heutigen Świnoujście in Polen. Kurz vor Kriegsende sprengte die Wehrmacht die Verbindung. Die Ostseeinsel verlor ihren »Bypass« zur Hauptstadt. Das Hubteil, Herzstück der Brücke, ist noch als technisches Denkmal erhalten.

Knapp zwei Stunden würde eine Bahnfahrt nach Usedom, einst gern als »Badewanne« Berlins bezeichnet, über diese Strecke heute dauern. Bislang sind es mit dem Zug und einmal Umsteigen fast vier Stunden. Viele nutzen deshalb gleich das Auto. Politiker und Touristiker machen sich dafür stark, dass die Bahnstrecke revitalisiert und 2015 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird.

Damit würde Usedom wieder an das Eisenbahnfernverkehrsnetz angeschlossen werden, sagt Günthe...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.