Werbung

Einzelkämpfer

Der Europaabgeordnete Stefan Eck verlässt die Tierschutzpartei

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Bei der Tierschutzpartei hätten zum Jahreswechsel die Sektkorken knallen können. Immerhin war dem Bundesvorsitzenden der »Partei für Mensch, Umwelt und Tierschutz«, Stefan Eck, bei der Europawahl im Mai dank juristischer Schützenhilfe aus Karlsruhe der Sprung ins Parlament geglückt. Wahrscheinlich half aber am Neujahrstag nicht einmal Mineralwasser gegen den sich breitmachenden Kater, denn da hatte Eck gerade via Facebook verlautbart, er sage weiterhin Ja zu seinem Mandat in Brüssel, aber künftig Nein zur Tierschutzpartei.

Einige Mitglieder kümmerten sich zunehmend zwar um das Tierwohl, vernachlässigten dabei aber immer stärker den Menschen, lassen sich Ecks Beweggründe für seinen Austritt nach sieben Jahren als Vorsitzender zusammenfassen. Der langjährige Veganer warnt vor einer wachsenden »inakzeptablen ›Rechtsoffenheit‹« der Partei. Ein Phänomen, das unter Tierrechtlern zumindest nicht neu wäre und vom eher linksradikalen Teil spöttisch als »Hauptsache-für-die-Tiere-Fraktion« bezeichnet wird: jener Typ von Aktivisten, die zwar für andere fühlende Lebewesen mehr Respekt fordern, aber oft auf wenig humanistischen Pfaden wandeln, wenn es um Menschen geht.

Wie konkret die Gefahr eines Rechtsrucks in der Tierschutzpartei wirklich ist, lässt der 58-Jährige mit einigen eher unkonkreten Andeutungen offen.

Seine einstigen Mitstreiter im Bundesvorstand weisen den Vorwurf zurück. Vielmehr habe »es eine gezielte Einflussnahme seitens der Linksfraktion aus Brüssel« auf Eck gegeben. Der Vereinigten Europäischen Linken schloss dieser sich nach der Wahl an, um nicht als Einzelkämpfer in der EU unterzugehen. Voll zufrieden scheint der Vorstand der Tierschutzpartei rückblickend damit nicht zu sein, denn in seiner Erklärung betonte dieser, viele Mitglieder seien weder links noch rechts, da »das Hauptanliegen« der Kampf um die Tiere sei. Eck habe sich dagegen ideologisch von seiner Partei entfernt, die jedoch noch im Europawahlkampf mit einer klar linken Programmatik auftrat. Die Tierschützer müssen sich nun neu sortieren, allerdings ohne Eck.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen