Werbung

Majestätisch

PERSONALIE

  • Von Katharina Dockhorn
  • Lesedauer: 2 Min.

Im Fernsehfilm »Die letzte Instanz« waren Rolf Hoppe und Jan Josef Liefers vor einem Jahr gemeinsam auf dem Bildschirm zu sehen. Fragt man den Dresdner Liefers nach seinen Vorbildern, steht der Name des Wahl-Dresdners Hoppe mit an erster Stelle. Daher sagte er jetzt sofort zu, die Laudatio auf den 84-Jährigen zu halten. Der Progress-Filmverleih ehrt Rolf Hoppe am 8. Februar mit der »Paula«, seinem Preis für Künstler, die nach einer erfolgreichen Karriere in der DDR aus dem gesamtdeutschen Film nicht wegzudenken sind.

Rolf Hoppe lernte nach Kriegsende Bäcker. Er spielte in Laiengruppen der FDJ, absolvierte eine Schauspielausbildung und stand bald vor dem möglichen Aus. Eine Stimmbandlähmung machte ihm lange zu schaffen. Nach verschiedenen Engagements quer durch die DDR wechselte er 1961 nach Dresden. Zugleich wurden Filmemacher aufmerksam auf den beinahe kahlköpfigen, untersetzten Schauspieler. Als Bösewicht spielte Hoppe sich in die Herzen der Indianerfans, in der Operetten-Adaption »Orpheus in der Unterwelt« gab er einen frivolen Jupiter, in Konrad Wolfs Biopic »Goya« den dümmlich-naiven König.

Majestäten spielt Hoppe immer wieder, unvergessen ist sein Potentat Friedrich August von Sachsen in der TV-Serie »Sachsens Glanz und Preußens Gloria«. Die Ausstrahlung im DDR-Fernsehen war ein Straßenfeger. Hoppes internationale Karriere hatte damals bereits begonnen. In Istvan Szábos »Mephisto« brillierte er als feister Hermann Göring.

Hoppe stand in den 1980ern auf beiden Seiten der Mauer vor der Kamera und auf der Bühne. Bei den Dresdner Montagsdemos war er dabei, am 4. November 1989 lauschte er auf dem Berliner Alexanderplatz auch Jan Josef Liefers. Nach der Wende spielte er oft Nebenrollen. Dennoch bleiben seine Auftritte in »Schtonk« oder zuletzt »Alles auf Zucker« im Gedächtnis. In seinem Wohnort Dresden-Weißig baute er sein eigenes »Hoftheater« auf. Mehr als 200 Film- und Fernsehrollen hat Hoppe insgesamt gespielt, aber auch der Bühne ist er immer treu geblieben.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser:innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede:n Interessierte:n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor:in, Redakteur:in, Techniker:in oder Verlagsmitarbeiter:in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung