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Falsche Töne im »Wir sind Charlie«-Chor

Einige Politiker wollen in Frankreich die Empörung instrumentalisieren / Große Manifestation am Sonntag

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Niemand werde bei der Demonstration am Sonntag nach seiner Parteizugehörigkeit gefragt, versichert Frankreichs Präsident. Doch die Motive zur Teilnahme sind differenziert, es gibt auch Misstöne.

Der Terroranschlag von Paris war Thema der muslimischen Freitagsgebete. Zahlreiche Imame in Frankreich verurteilten Gewalt und Terrorismus. Islam und Islamismus dürften auf keinen Fall gleichgesetzt werden, warnten sie. Auf eine »kriminelle Tat verirrter Muslime, die den Propheten rächen wollten«, verwies der Imam von Bordeaux, Tareq Oubroubega: »Aber der Prophet ist Vergebung.« Seit Mittwoch wurden auch mehrere Moscheen und Gebetsräume Ziel islamfeindlicher Attacken, einmal sogar mit einem Schweinekopf und Gedärmen vor der Tür eines Gebetssaals in Corte auf Korsika.

Abscheu und Empörung über den blutigen Terroranschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo scheinen die französische Öffentlichkeit zu einen. Stunden nach der Bluttat strömten spontan 35 000 Menschen auf den Platz der Republik. Bilder mit der Losung »Ich bin Charlie«, davon nicht wenige in Arabisch, gingen um die Welt.

Kundgebungen und Schweigemärsche gab es ...


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