US-Regierung lockert formell Embargo gegen Kuba

Reisen und Handel werden ab Freitag leichter / Obama kann Embargo ohne republikanisch dominierten Kongress nicht komplett aufheben

Mitte Dezember hatten Kuba und die USA angekündigt, die diplomatischen Beziehung zwischen offiziell wieder aufzunehmen. Jetzt folgen erste Lockerungen des US-Embargos. Dessen Ende ist jedoch noch fern.

Washington. Die US-Regierung lockert einen Monat nach ihrem Kurswechsel in der Kuba-Politik die gegen das sozialistische Land verhängten Reise- und Handelsbeschränkungen. Die Neuregelungen träten bereits an diesem Freitag in Kraft, teilte das Finanzministerium am Donnerstag in Washington mit.

Obama hatte die Entschärfung des 1960 verhängten Embargos Mitte Dezember verfügt. Ganz aufheben kann er es ohne Zustimmung des Kongresses, in dem die Republikaner die Mehrheit halten, aber nicht. Der Präsident kann als Chef der Exekutive lediglich die Umsetzung des Gesetzes teilweise selbst bestimmen. Dabei geht er nun rechtlich so weit, wie er kann.

So müssen etwa amerikanische Staatsbürger, die einen von zwölf Gründen für einen Besuch in Kuba anführen können, künftig keine gesonderte Erlaubnis mehr beantragen. Ihre Reisekosten sind dabei nicht mehr gesetzlich gedeckelt. Auch dürfen sie nun amerikanische Scheck- und Kreditkarten in Kuba benutzen. Auch US-Reisebüros und Fluggesellschaften brauchen keine gesonderte Genehmigung mehr.

In die USA einführen kann man als Reisender aus dem Nachbarstaat im Süden künftig Waren im Wert von 400 Dollar (341 Euro). Erlaubt ist dann auch der Export von Technologien zur Kommunikation nach Kuba. Die elf Millionen Einwohner des sozialistischen Landes können dadurch vor allem auf besseren Zugang zum Internet hoffen. Baumaterial zur Modernisierung alter Gebäude darf nun ebenfalls exportiert werden.

Schon zuvor gab es Ausnahmen. 2013 ließ das Handelsministerium in Washington etwa Agrarexporte im Wert von drei Milliarden Dollar (2,4 Mrd Euro) und Exporte medizinischer Produkte im Wert von fast 300 Millionen Dollar (243 Mio Euro) zu. Künftig sind US-Bürgern auch kleinere Investitionen in dem Land erlaubt.

Mitte Dezember hatten Obama und sein kubanischer Amtskollege Raúl Castro angekündigt, die diplomatischen Beziehung offiziell wieder aufzunehmen. Sie leiteten damit eine historische Wende im Verhältnis beider Länder ein. In der kommenden Woche sind Verhandlungen beide Seiten über den Fortgang der politischen Annäherung geplant. dpa/nd

Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

jetzt abonnieren!

Wie? Noch kein Abo?

Na, dann aber hopp!

Einfach mal ausprobieren: 14 Tage digital, auf Papier, als App oder was weiß ich!

Jetzt kostenlos testen