Relikt aus Pinochet-Ära entsorgt

Chile schafft nach 25 Jahren Wahlgesetz aus der Diktatur ab

  • Von Jürgen Vogt, Buenos Aires
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Vor allem die kleineren Parteien in Chile haben es seit Jahrzehnten gefordert: die Abschaffung des binominalen Wahlsystems. Ein Relikt der Pinochet-Diktatur, das die Großen noch größer machte. Am Mittwoch stimmten nach einer 21-stündigen Marathonsitzung 23 SenatorInnen in Santiago de Chile für eine Abschaffung und gaben dem Vorhaben damit die notwendige Drei-Fünftel-Mehrheit. Lediglich neun stimmten dagegen. Damit ist eines der wichtigsten Reformversprechen der Präsidentin Michelle Bachelet umgesetzt. Entsprechend zufrieden zeigte sich die Sozialistin. »Die Repräsentanz im Kongress wird zunehmen«, so Bachelet.

Hatten bisher lediglich Kandidaten von zwei großen Parteienkoalitionen Chancen auf einen Sitz im Kongress, können künftig unabhängige Kandidaten und Vertreter kleinerer Parteien den Sprung ins Parlament schaffen. Künftig sollen dem Abgeordnetenhaus 155 Delegierte angehören, 35 mehr als bisher. Dagegen wird die Zahl der W...


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