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IG Metall startet Tarifrunde 2015

DGB-Gewerkschaften fordern mehr Geld und bessere Bedingungen für Azubis und Ältere

Qualitative Forderungen in der Tarifrunde 2015 gibt es besonders für ältere Beschäftigte. Auch Befristungen und die Übernahme nach Ausbildungsende sind ein Thema.

Mit den Verhandlungen für die rund 800 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie startete die IG Metall am Mittwoch in Baden-Württemberg in die Tarifrunde 2015. Die größte DGB-Gewerkschaft fordert für ihre Mitglieder 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Streit dürfte die Forderung nach verbesserter Altersteilzeit und der Einführung einer Bildungsteilzeit sorgen. Die IG Metall will besonders für Geringqualifizierte Möglichkeiten schaffen, mehr Zeit und Geld für die individuelle Weiterbildung zu haben. Die Unternehmerseite lehnt die Bildungsteilzeit bislang kategorisch ab. »Ich sehe da derzeit noch eher eine Blockadehaltung als Kooperationsbereitschaft«, hatte Sprecherin Ingrid Gier im Vorfeld der Verhandlungen gegenüber »nd« gesagt. Die ersten Gespräche verliefen ergebnislos. Die Gewerkschaft fordert die Arbeitgeber auf, ein Angebot zu unterbreiten.

Erstmals parallel zu den Metallern beginnen Anfang Februar die Verhandlungen bei Volkswagen. Die Lohn- und Gehaltsforderung liegt auch hier bei 5,5 Prozent. Die bei den Metallern geforderten Teilzeitmodelle sind kein Thema. Der Tarifvertrag zur Alterszeit läuft erst Ende 2016 aus. Überdies gebe es bei VW gute Weiterbildungsmöglichkeiten, teilte die Gewerkschaft mit. Beim größten deutschen Autobauer will die IG Metall die Zahl der Auszubildenden auf 1400 erhöht wissen, den Gesundheitsschutz verbessern und alternsgerechte Arbeitsplätze schaffen.

Bei der zweitgrößten DGB-Gewerkschaft, der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, wird neben dem öffentlichen Dienst besonders die Tarifrunde für die Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten im Frühjahr eine große Rolle spielen, »auch wegen der großen Mobilisierungsfähigkeit«, hieß es gegenüber »nd« aus ver.di-Kreisen. (siehe unten) Nach einer harten Tarifrunde 2009 habe es an Kontinuität beim Kampf um bessere Arbeitsbedingungen gefehlt. Wann die Gespräche beginnen, ist unklar. Vermutlich geht es nach dem Ende der Ländertarifrunde los.

Ver.di verhandelt zusammen mit dem Beamtenbund dbb, der Erziehungsgewerkschaft GEW sowie der Polizeigewerkschaft GdP ab dem 16. Februar in Berlin für rund 800 000 Länderbeschäftigte. Gefordert sind Entgeltsteigerungen von 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro monatlich. Die Entgelte sollen Schritt halten können mit denen der freien Wirtschaft. Hunderttausende Beschäftigte werden in den nächsten Jahren ruhestandsbedingt ausscheiden. Um die Lücken zu füllen, streiten die Gewerkschaften auch für eine unbefristete Übernahme nach Ausbildungsende und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung. Die Ergebnisse sollen für die rund 1,2 Millionen Beamten übernommen werden. Die Tarifrunde im Einzelhandel ist danach die nächste große Tarifrunde, die ver.di ins Haus steht. Ende März geht es in Hessen und Baden-Württemberg los, die anderen Bundesländer folgen bis Ende Mai.

Bereits Ende Februar beginnt die IG BCE die Verhandlungen für die rund 550 000 Beschäftigten in rund 1900 Chemiebetrieben. Der Gewerkschaftsvorstand hatte sich bereits im November auf Entgeltforderungen zwischen vier und fünf Prozent geeinigt. Besonders auf der Agenda der IG BCE steht die Demografie. So soll in der Tarifrunde ein Augenmerk auf Übergangsmodelle gelegt werden, um von der Arbeit gesund in die Rente zu kommen. Auf der anderen Seite sollen die Ausbildungsbedingungen verbessert werden.

Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten will die Übernahme von Jugendlichen nach Ausbildung tariflich abgesichert wissen. Die Gewerkschaft fordert überdies für die 550 000 Beschäftigten in Lebensmittelindustrie und -handwerk und die rund 1,7 Millionen im Hotel- und Gaststättengewerbe 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Ein schwerer Brocken für die NGG wird die Tarifrunde bei Coca Cola, dem größten Getränkeproduzenten in Deutschland. »Erfahrungsgemäß halfen nur bundesweite Warnstreiks, um zum Ergebnis zu kommen«, heißt es aus der NGG. Nach ergebnislosen Gesprächen im Dezember gehen die Verhandlungen Ende Januar weiter.

Die IG BAU streitet im Frühjahr mit den Unternehmern im Gebäudereinigerhandwerk. Konkrete Forderungen werden erst Ende Januar beschlossen, aber bereits jetzt ist klar, dass die Lohnangleichung Ost und West einen Schwerpunkt bilden werde, so Vorstandsmitglied Ulrike Laux gegenüber »nd«. Auch die steigende Leistungsverdichtung will das viertgrößte DGB-Mitglied auf die Agenda setzen.

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