Werbung

Die Krux zweier Währungen

Martin Ling über Kubas Weg zurück zur ökonomischen Einheit

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Freiwillig ging Kuba vor über 20 Jahren den Schritt zu zwei Binnenwährungen - Peso cubano und US-Dollar (inzwischen CUC) - nicht. »Das Leben und die Wirklichkeit veranlassen uns, Dinge zu tun, die wir sonst niemals getan hätten ... Das ist kaum der Sozialismus, den wir wollen.« Solch klare Worte konnte anno 1993 nur einer finden: Fidel Castro. Und dass er sie am 26. Juli fand, dem 40. Jahrestag des Sturms auf die Moncada-Kaserne, unterstrich die Bedeutung der fundamentalen Maßnahme umso mehr. Der Dollar - die Währung des Erzfeindes - wurde als Zweitwährung legalisiert.

Seit 21 Jahren nun gibt es in der kubanischen Binnenwirtschaft zwei unterschiedliche Währungen: eine harte, inzwischen der an den Dollar gekoppelte Konvertible Peso (CUC), und eine weiche, der Kubanische Peso (CUP). Das hat Kuba ökonomisch das Überleben gesichert, vor allem durch die Geldüberweisungen von Verwandten aus dem Ausland - neben dem Tourismus größte Deviseneinnahmequelle des Landes - und es hat die Gesellschaft je nach Zugang zur Hartwährung ausdifferenziert. Damit wurde das Fundament der kubanischen Revolution, das Gleichheitsprinzip, unterhöhlt. Der Regierung in Havanna war das immer bewusst - die Notmaßnahme von 1993 sollte immer nur als Übergang dienen. Dass Kuba schrittweise zu nur einer Währung zurückkehrt, ist ein gutes Zeichen. Ein Zeichen für Entwarnung ist es freilich nicht. Die Revolution bleibt eine Gratwanderung.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen