Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Mini-Zinsen? Nicht beim Pensionfonds!

Magdeburger Ministerium legt aktuelle Zahlen offen

  • Von Rochus Görgen, Magdeburg
  • Lesedauer: 3 Min.

Trotz der weltweiten Mini-Zinsen hat der rund eine halbe Milliarde Euro schwere Pensionsfonds Sachsen-Anhalts im vergangenen Jahr kräftig hinzugewonnen. 2014 habe die Rendite bei 8,26 Prozent gelegen, teilte das Finanzministerium in Magdeburg auf Anfrage mit. Damit verdoppelten sich die Erträge im Vergleich zum Vorjahr. Damals lag die Rendite bei 4,03 Prozent. In dem Fonds, aus dem künftig einmal die Pensionen von Beamten bezahlt werden sollen, waren Ende des vergangenen Jahres knapp 489 Millionen Euro angelegt.

Der Pensionsfonds war 2006 vom Landtag von allen damaligen Fraktionen beschlossen worden. Damit soll das Land entlastet werden, wenn die Pensionszahlungen in den kommenden Jahren stark ansteigen. Als erste Einzahlung waren 2006 zunächst 20 Millionen Euro geplant. Für die Jahre 2015 und 2016 sind inzwischen Einzahlungen von jeweils 60 Millionen Euro beschlossen.

Verwaltet wird der Fonds laut Gesetz vom Magdeburger Finanzministerium. Allerdings kann er auch Anlageverwalter beauftragen. Das Geld ist stets getrennt vom übrigen Vermögen des Landes zu halten. Gezahlt werden können aus dem Fonds Pensionsansprüche für Beamte, die nach Ende 2006 eingestellt worden sind. Eine erstmalige Entnahme aus dem Fonds ist laut Gesetz ab dem 1. Januar 2016 möglich. Auch der Bund und andere Bundesländer haben Pensionsfonds - bei der Auswahl der Anlagen gehen sie aber unterschiedliche Wege.

Ermöglicht wird die hohe Rendite im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt unter anderem dadurch, dass das Land nicht nur in vergleichsweise sichere deutsche Staatsanleihen anlegt, sondern auch in Aktien und andere riskantere Papiere. Ende 2014 sei 60,42 Prozent des Geldes in europäische Staatsanleihen investiert gewesen, teilte das Finanzministerium in Magdeburg mit. 14,23 Prozent entfielen auf europäische Aktien, 13,22 Prozent auf Unternehmensanleihen aus Europa und 12,13 Prozent auf Wandelanleihen aus der ganzen Welt, erklärte Sprecher Wolfgang Borchert.

Der deutsche Aktienindex Dax - der 30 der größten Werte umfasst - legte im vergangenen Jahr um vergleichsweise bescheidene 2,65 Prozent zu. Höhere Erträge konnten oft mit länger laufenden Staatsanleihen erzielt werden: Weil nämlich das Zinsniveau in Europa vergangenes Jahr weiter sank, stiegen die Kurse der Papiere teils deutlich an. Aus den zuletzt noch als Krisenländern geltenden Staaten Spanien, Portugal, Italien und Griechenland hatte der Fonds den Angaben zufolge keine Staatsanleihen. Allerdings waren 1,42 Prozent in Unternehmensanleihen aus Spanien und 1,69 in Firmenanleihen aus Italien angelegt.

Unter dem Strich muss Sachsen-Anhalt allerdings weiterhin deutlich mehr Zinsen zahlen als es im Bereich des Pensionsfonds einnimmt. Denn die Schulden des Bundeslandes machen mit mehr als 20 Milliarden Euro mehr als das Vierzigfache der Rücklagen im Pensionsfonds aus. Im Schnitt habe die Verzinsung des Schuldenportfolios im vergangenen Jahr 2,90 Prozent betragen, erklärte das Ministerium. Der im Vergleich zu den heutigen Mini-Zinsen relativ hohe Wert ergibt sich daraus, dass auch ältere Anleihen mit den damals vereinbarten Zinsen bedient werden müssen. Bei neuen Schuldverträgen liegt die Verzinsung niedriger. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln