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Im Vakuum

Im Kino: »Wir sind jung. Wir sind stark« von Burhan Qurbani

  • Von Tobias Riegel
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Im August 1992 setzten etwa hundert Jugendliche einen von Asylbewerbern und Vertragsarbeitern bewohnten Wohnblock in Rostock-Lichtenhagen in Brand. Der Regisseur Burhan Qurbani ist Sohn afghanischer Einwanderer und wollte einen Film machen, »der erinnert«, aber nicht »anklagt oder denunziert«.

Ein Film aus einer Zwischenwelt. Die Tage ziehen sich in ödem Grau dahin. Als seien sie auf einer lebensfeindlichen Insel gestrandet, verwahrlosen Jugendliche intellektuell zwischen Dosenbier, Autowracks und Rechtsrock. Ein tristes, zielloses Dasein in den Schluchten von Plattenbauten. Farbe kehrt erst mit den Nächten ins Leben zurück. Die Farbe der Tat. Egal welcher. Zurück liegen drei Nächte der Randale - wie soll ein trister Montag dagegen ankommen? An diesem Morgen hat sich einer aus der Clique aus dem Fenster gestürzt.

Schön-schreckliches Vakuum des Übergangs. »Die alte Welt liegt in Scherben, die neue ist noch nicht geboren; es ist die Zeit der Monster«, beschrieb Antonio Gramsci einst die Zeit zwischen zwei Herrschaften. Von einer solchen Zeit erzählt Burhan Qurbanis Film »Wir sind jung. Wir sind stark«: Im August 1992 setzten etwa hundert Jugendliche einen von Asylbewerbern und Vertragsarbeitern bewohnten Wohnblock in ...


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