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»Je ne suis pas marxiste«

Marx wollte keinen »Marxismus« als identitätsstiftende »Wahrheit«. Ihn interessierte vielmehr das kritische Geschäft der Unterminierung von Gewissheiten

  • Von Michael Heinrich
  • Lesedauer: ca. 11.5 Min.

Wer in London auf dem Highgate Friedhof das Grab von Karl Marx besucht, steht vor einem riesigen Sockel, auf dem ein monströser Marx-Kopf thront. Man muss zu ihm aufblicken. Direkt unter dem Kopf heißt es in goldenen Lettern »Workers of all Lands unite« und etwas weiter unten ebenfalls in Gold: »Karl Marx«. Darunter ist in den Sockel eine einfache kleine Grabplatte eingelassen, die ohne Pomp und ohne Gold die Namen der hier Beerdigten nennt: außer Karl Marx sind es seine Frau Jenny, sein Enkel Harry Longuet, seine Tochter Eleanor und Helene Demuth, die jahrzehntelang den Marxschen Haushalt geführt hat.

Die schlichte Grabplatte hatte Marx nach dem Tod seiner Frau ausgesucht. Protz lag ihm nicht. Ausdrücklich hatte er sich ein stilles Begräbnis im kleinen Kreis gewünscht. Nur elf Personen nahmen daran teil. Pläne der deutschen Sozialdemokratie, für Marx auf dem Friedhof ein Denkmal zu errichten, konnte Friedrich Engels verhinder...


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