Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Von Rohheit umgeben

Ole Anders Tandsberg inszenierte an der Deutschen Oper Berlin Dmitri Schostakowitschs »Lady Macbeth von Mzensk«

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Die Premiere fand unter Jubel in Oslo statt. Nun brachte die kooperierende Deutsche Oper Berlin das Werk auf die Bühne, gleichfalls umjubelt. Wer, was wird da eigentlich bejubelt? Selbstredend zuerst die Leistung der Aufführenden. Schmutzige Landschaften, Unglück, Diebstahl, Intrige, Erstochene, Erschossene wohl kaum. Auch der zusammenhängende Inhalt, die Philosophie der Sache? Da wird es schwieriger. Bei Verdi dürfen die schrecklichsten Morde geschehen, und das Theatervolk reagiert darauf wie besessen vor Glück. Nicht zu reden von den Furcht einflößenden Shakespeare-Königsdramen, deren Wüsteneien nicht einmal der gestrenge Weltgeist zürnen würde.

Nicht erst, als Ruth Fischer, die Schwester Hanns Eislers, in den 50er Jahren das Lehrstück »Die Maßnahme« von Brecht und Eisler als Vorausnahme der Moskauer Prozesse denunzierte, fand das Werk kein Theaterpublikum mehr (bis 1998). Die Autoren hatten es bereits 1945 vorgezogen, das 1930 revol...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.