Ein Ort der Einkehr

In Leipzig lädt das erste ehrenamtlich geführte Friedhofs-Café zum Verweilen ein - die Tür steht jedem offen

  • Von Filip Lachmann, Leipzig
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Südfriedhof in Leipzig ist Sachsens größtes Flächendenkmal und wird auch von vielen Spaziergängern besucht. Auch sie sind im Trauer-Café am Westtor willkommen.

Ursula Weißig schaut aus dem Fenster und beobachtet die Fußgänger. Trotz des kühlen, windigen Wetters herrscht draußen reges Treiben. Bei jedem Passanten überlegt sie kurz: »Ob dieser wohl hereinkommt?« Die engagierte Dame sitzt nicht etwa daheim, sondern im ehemaligen Pförtnerhäuschen am Westtor des Leipziger Südfriedhofs. Hier eröffnete sie im November vergangenen Jahres das erste Friedhofs-Café der Stadt. Allerdings steuern trotz der kalten Jahreszeit bisher nur wenige Besucher die Einrichtung an. »Viele Leute trauen sich nicht herein, da an der Tür groß ›Trauercafe‹ steht. So glauben sie, dass das Café allein für Trauerfeiern sei«, erzählt die Gründerin und gelernte Trauerbegleiterin. Doch die Tür steht jedem offen. Sei es, um nach einem Verlust mit jemandem sprechen zu können oder um sich nach einem winterlichen Spaziergang über Sachsens größtes Flächendenkmal aufzuwärmen.

An drei Tischen finden in dem gemütlich eingerich...


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