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Kodex ohne Wert

Der mediale Umgang mit Suiziden

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Manchmal frage ich mich: Gibt es irgendwo im Büro von »Bild«-Chef Kai Diekmann einen versteckten Zugang in ein geheimes Zimmer, ein Paralleluniversum, verborgen hinter einem riesigen Merkel-Selfie, auf dem die Kanzlerin in trauter Eintracht mit dem »Editor-in-Chief« frech-fröhlich die Betrachter verächtlich angrinst? In meiner Vorstellung hat Diekmann das verborgene Zimmer mit den vielen Rügen des Presserates tapeziert. Ein Wandschmuck, wie gemacht für den Boulevard, wo die kleine Printausgabe des Pressekodexes gleich nach der Zustellung durch die Journalistengewerkschaft irgendwo hinter dem Schreibtisch gerutscht sein muss und dort genauso Staub ansetzt, wie der moralische Anstand seines Besitzers.

Ein Blick auf die Titelseiten und Schlagzeilen der letzten Tage in Print wie Online offenbart, dass der für den Pressekodex oft herangezogene Vergleich mit dem zahnlosen Tiger eher schmeichelhafter Natur ist. Der Zusatz v...


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