Werbung

Verweigerung der Bittsteller

Christin Odoj über den zweckgebundenen Gutscheinwahn

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»Hätten wir nur Geld überwiesen, wäre das verpufft«, kommentierte die damalige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Einführung des Bildungs- und Teilhabepakets vor vier Jahren. Das ist das Klima, in dem sich Menschen bewegen, die weniger oder gerade einmal das Existenzminimum von etwa 930 Euro zur Verfügung haben.

Damit das Geld da landet, wo es landen soll, hat der Mensch den Gutschein bzw. den Antrag erfunden. Und nun das: Über die Hälfte derer, die eigentlich Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) haben, nutzen diese gar nicht. Ist die Bedürftigkeit doch nicht so groß? Das Gegenteil ist der Fall, das weiß auch der Senat. Natürlich gibt es sie, die Allesverweigerer, die von niemandem etwas erwarten und andersherum. Aber ein Großteil, und das zeigen Umfragen, will raus aus der Armut und da macht es ihnen das BuT nicht immer leicht. Es ist zu hinterfragen, inwiefern seitenlange Anträge - bei unterschiedlichen Stellen einzureichen -, die nur für ein halbes Jahr bewilligt werden, sinnvoll sind. Manchmal geht es um Kleinstbeträge. Viele Eltern verzichten dann auf Geld, das ihnen zusteht und sie am Ende doch wieder in Schwierigkeiten bringt. Auch aus Scham vor der eigenen Bedürftigkeit, die mit jedem Antrag neu bestätigt wird. Lernmittelbefreite Kinder sind den Schulen und Ämtern doch bekannt. Warum also nicht einfach Kinder von Zuzahlungen zum Mittagessen und Klassenfahrten befreien?

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen