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Hinter der Biederfassade

Im Renaissance-Theater decken und zerfleischen sich »Waisen«

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Starker Tobak ist, was Dennis Kelly, 1970 geborener britischer Autor, in dem Drei-Personen-Stück »Waisen« verhandelt. Nicht von ungefähr erhielt er für seinen Thriller 2009, im Jahr der Uraufführung, gleich zwei wichtige nationale Preise. Seither gehört »Waisen« schon zum goldenen Fonds an Gegenwartsstücken. In einer Koproduktion mit dem St. Pauli Theater Hamburg ist es derzeit im Renaissance-Theater zu sehen. Und verstört, wie in vielen weiteren Inszenierungen, auch hier ungewohnt intensiv. Führt es doch vor, wie missverstandene Familienehre, im Verein mit unterschwelligem Rassismus, zur Katastrophe führen kann - äußerst komprimiert und dennoch differenziert, wie es überall genauso passieren könnte.

Regisseur Winfried Minks baute für das Geschehen auch selbst die Bühne: eine kahlhölzerne Mansarde, eng und stickig, mit Durchgang in ein unsichtbares Zweitzimmer, einer Wendeltreppe zum Draußen. Über die poltert Liam mit blutigem T-Shirt i...


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