Zornig gegen Rassismus

Malcolm X wurde vor 50 Jahren in New York erschossen

  • Von Max Böhnel , New York
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Er war ein Botschafter der afroamerikanischen Bevölkerung und ein Symbol der Hoffnung auf radikale Veränderungen in den USA zu Zeiten des Vietnamkriegs. Malcolm X wollte gemeinsam mit Martin Luther King die Kräfte der Bürgerrechtsbewegung bündeln. Während einer Rede im Februar 1965 wurde er durch zahlreiche Schüsse getötet. Ein umfassendes Bild der Hintergründe seiner Ermordung gibt es noch nicht.

Washington Heigths, 168ste Straße, Ecke Broadway. An das historische New Yorker Stadtviertel, das einst als das Herz des schwarzen Amerika galt, erinnert an dieser U-Bahn-Station nur der Name. Graue Geschäftsfassaden und Mietshäuser säumen die Straße - bis auf eine beeindruckende Fassade mit einem Eingangsbogen, über dem eine Neptun-Skulptur wacht. Es handelt sich um die Originalfassade des vor hundert Jahren errichteten Audubon Ballroom. Damals befanden sich im Gebäude Tanzsäle, ein Kino und Geschäfte.

Malcolm X gründete hier, nur Monate vor seinem Tod, eine eigene unabhängige politische Organisation namens Afro-American Unity, die sich als panafrikanisch, säkular und linksnationalistisch verstand. Jede Woche trafen sich hier die Anhänger der neuen Gruppierung. Mit der »Nation of Islam«, aus der Malcolm X nach heftigen Spannungen ausgeschlossen worden war, wollten sie nichts mehr zu tun haben. Im Audubon Ballroom wurde der 39...


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