Flügelkämpfe überm Revier

Naturschützer Harald Krug begleitet den Kohleförderer Mibrag kritisch und einfallsreich

  • Von Harald Lachmann, Leipzig
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der Naturschützer Harald Krug hat sich mit den Bergleuten bei Leipzig arrangiert. Die ungewöhnliche Kooperation nutzt Tieren und Pflanzen - und der Kohleförderer kann auf Umweltaktivitäten verweisen.

Fasziniert schaut der Mann im Tarnzelt auf das Geschehen im eisigen Gewässer, wo sich dieser Tage Hunderte Saat- und Blässgänse als Wintergäste tummeln. Doch plötzlich entsteht Panik. Er blickt nach oben und sieht den Anlass: Ein Seeadler - größter heimischer Vogel - kreist am Himmel. Sucht er ein Opfer? Aber dann wendet sich das Blatt: Der Adler wird seinerseits in der Luft attackiert, erst von einem Mäusebussard, dann auch noch von einem Kolkraben. Entnervt dreht er ab.

Harald Krug drückt schnell ein paar Mal auf den Kameraauslöser: »Das glaubt mir doch sonst keiner!« Denn all das passiert nicht in Norwegen oder über Mecklenburgs weiten Seen, sondern über einem sächsischen Braunkohletagebau. Und eben hier im Revier hat auch der 61-Jährige sein Revier. Schon seit Jahrzehnten begleitet Krug als anerkannter Fachgutachter für Avi- und Herpethofauna das Bergbaugeschehen südlich Leipzigs ebenso kritisch wie auch einfallsreich.

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