Entvölkerte Landstriche und strahlendes Wasser

Vier Jahre nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima ist die Region weit von der Normalität entfernt

  • Von Lars Nicolaysen, Fukushima
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

2011 kam es im AKW Fukushima durch Erdbeben und Tsunami zum Reaktorunfall. Vier Jahre danach leben Zehntausende Menschen in Behelfsunterkünften. Ob sie zurückkehren können, ist fraglich.

Nichts wünscht sich Hideo Takahashi so sehr wie die Rückkehr in sein altes Zuhause. Als am 11. März 2011 ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein Tsunami den Nordosten Japans verwüstete und es im Kernkraftwerk Fuku- shima Daiichi zum Super-GAU kam, musste Takahashi mit seiner Familie fliehen. Die Flutwelle beschädigte oder zerstörte über eine Million Gebäude und hinterließ fast 19 000 Tote und Vermisste. Takahashis Haus blieb zwar unbeschädigt, doch sein Heimatdorf Iitate, nur 30 Kilometer von der Ruine entfernt, wurde wegen der Strahlung evakuiert.

»Es heißt, die Dekontaminierung in Iitate sei bald abgeschlossen«, erzählt der 64-jährige Landwirt. Er lebt mit seiner Frau und seiner pflegebedürftigen Mutter in einem Wellblechgebäude am Rande der Provinzhauptstadt Fukushima. Immerhin ist es geräumiger als die containerähnlichen Behelfsunterkünfte, in denen Zehntausende Geflüchtete hausen.

»Das Schlimmste ist die Unsicherheit üb...


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