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Twitter kauft Video-App

Kurznachrichtendienst sperrt Zugang für Konkurrenten

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Live-Videoübertragungen, die jeder von überall mit seinem Smartphone absetzen kann, scheinen zum »nächsten großen Ding« zu werden. Der Konkurrenzkampf beginnt: Twitter kaufte sich eine App, die darauf spezialisiert ist - und schränkte einem Rivalen den Zugang ein.

San Francisco. Der Kurznachrichtendienst Twitter hat der aufstrebenden Live-Video-App Meerkat nach dem Kauf eines Wettbewerbers den Datenzugang weitgehend abgeschnitten. Twitter erklärte den Schritt mit den Nutzungsregeln. Die Einschränkungen dürften dennoch neue Diskussionen über den Umgang mit App-Entwicklern auslösen. Nur kurz zuvor hatte Twitter die Übernahme des Meerkat-Konkurrenten Periscope bekanntgegeben. In Medienberichten war von einem Kaufpreis bei 100 Millionen Dollar die Rede.

Meerkat (Englisch für »Erdmännchen«) ist eine App, mit der man Live-Videos vom Smartphone übertragen kann. Sie gewann in rund zwei Wochen etwa 120 000 Nutzer. Ein Grund für das schnelle Wachstum dürfte die Einfachheit sein: Die Übertragung kann mit nur einem Klick gestartet werden. Dann geht ein Link mit dem Livestream an alle Twitter-Abonnenten des Nutzers. Kommentare zu laufendem Übertragungen werden am unteren Bildschirmrand eingeblendet.

Zugleich griff Meerkat bei Twitter die Informationen darüber ab, wer wem bei dem Kurznachrichtendienst folgt, und übertrug dieses soziale Umfeld in die eigene Plattform. Damit mussten die Nutzer nicht erst nach ihren Bekannten in der App suchen, sondern bekamen über sie automatisch Hinweise, wenn jemand aus ihrem Twitter-Netzwerk Meerkat eine Übertragung startete oder Meerkat beitrat.

Diese Verknüpfung kappte Twitter am späten Freitag. Das geschehe im Einklang mit internen Regeln, sagte eine Sprecherin unter anderem dem »Wall Street Journal«. Die Links zu den Livestreams werden weiterhin über Twitter verschickt. Die Einschränkungen greifen zudem nur für neue Nutzer. Für diejenigen, die sich vor Freitag angemeldet hatten, ändert sich nichts.

Erst wenige Stunden zuvor hatte Twitter den Kauf des Meerkat-Rivalen Periscope bestätigt, dessen Dienst noch nicht öffentlich zugänglich ist. Meerkat-Gründer Ben Rubin schrieb, die Einschränkungen seien nur ein kleines Hindernis für seine App - aber »ein trauriger Tag für die Twitter-Entwicklergemeinde«. Meerkat hofft, mit Livestreams von dem gerade laufenden Festival »South by Southwest« groß rauszukommen.

Der 27-jährige Rubin sagte dem Technologieblog »Techcrunch«, die App solle demnächst eigene Funktionen zur Verwaltung von Kontakten bekommen. In einem Interview mit dem Blog »Recode« kritisierte er, dass Twitter Meerkat nur zwei Stunden vor dem Kappen der Verknüpfung vorgewarnt habe, auch wenn es das gute Recht des Kurznachrichtendienstes sei, Daten über sein Netzwerk zu schützen. dpa/nd

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