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Koma-Gucken immer beliebter

Immer mehr TV-Serien laufen zuerst im Netz

Serien schauen bis der Arzt kommt: Was sich furchtbar anhört, scheint im Trend zu liegen. Immer mehr Menschen schauen sich die Staffeln im Internet an. Auch die Öffentlichen ziehen bei dem Trend mit. Zur Freude der Koma-Gucker.

Ob »Schuld« vom ZDF, der »Tatortreiniger« vom NDR oder »GZSZ« von RTL - »Binge Watching« ist im Trend. Übersetzt heißt das so viel wie »Koma-Gucken«. Gemeint sind Serien am Stück, und zwar in diesen Fällen online vor der Ausstrahlung im Hauptprogramm. Was im Bezahlfernsehen beliebt ist - Serien wie »House of Cards« bei Netflix oder Sky am Stück zu sehen - wird bei den öffentlich-rechtlichen Sendern immer wichtiger.

Zum Beispiel für das ZDF. Die Mainzer haben Ferdinand von Schirachs »Schuld« mit Moritz Bleibtreu erst in der Mediathek gezeigt, dann im regulären Programm. Sie sind zufrieden: Bis zum 12. März zählte die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung 735 000 Abrufe. Die meisten allerdings am Tag nach der TV-Premiere, die 4,2 Millionen Menschen im Fernsehen sahen. »Eine Beeinträchtigung der Fernseh-Zuschauerzahl durch die Online-Ausspielung ist an diesen Zahlen nicht abzulesen«, sagte Martin Berthoud, Leiter der Programmplanung, schon nach den ersten Tagen.

Das zeigt auch die europäische Krimiserie »The Team«. Zwei Wochen vor der TV-Ausstrahlung am 8. März liefen die ersten Folgen von »The Team« in der ZDF-Mediathek, einige Tage darauf waren alle abrufbar. Bei der Fernsehpremiere hatte die Serie 3,9 Millionen Zuschauer. Bis zum 12. März gab es 571 000 Sichtungen, die meisten am Tag nach der TV-Premiere.

Ähnlich sieht es bei der ARD aus. Die 13-teilige Jugendserie »Armans Geheimnis«, die zu Ostern startet, ist nach der Pilotfolge an Karfreitag komplett im Netz zu sehen. »Koma-Gucken« zelebrieren Fans schon längst beim »Tatort« oder der »Lindenstraße« - auch wenn die Folgen nicht vorab gezeigt werden. Der »Tatort« steht sieben Tage im Netz, die »Lindenstraße« zeigt alle Folgen der vergangenen zwölf Monate.

Noch mehr Beispiele gibt's bei den dritten ARD-Programmen. Der WDR sendet ab 29. April eine neue Staffel der »Lottokönige« - vorab online am Block. Der SWR zeigt »Lecker aufs Land« oder »Länder, Menschen, Abenteuer« meist einen Tag vor der TV-Sendung im Netz. Der NDR bringt die Serie »Neues aus Büttenwarder« (mit Jan Fedder) regelmäßig am Vortag der Fernsehausstrahlung. Im Oktober 2014 liefen drei »Tatortreiniger«-Folgen online vor dem TV-Start.

Für den Kölner Privatsender RTL ist das Prinzip »Online first« nicht neu: Die Kultserie »GZSZ« (»Gute Zeiten, schlechte Zeiten«) bietet er seit 2002 vorab im Netz an, gegen Entgelt. »Alarm für Cobra 11« gibt es seit 2007. Das Vorabschauen kostet 1,29 bis 1,49 Euro pro Folge. Sieben Tage nach Ausstrahlung können Fans die Inhalte meist kostenlos - mit Werbung - sehen. Für alle Online-Angebote von NOW-Apps bis Senderseiten habe es 2014 über eine Milliarde Video-Sichtungen gegeben, sagt Thomas Bodemer, Sprecher von RTL Interactive.

Die ProSiebenSat.1-Gruppe zeigt mehrere Serien in der 7TV-App zeitgleich zur TV-Erstausstrahlung: seit Februar etwa »Gotham« (ProSieben), »Detective Laura Diamond« (Sat.1) und »The Tomorrow People« (Sixx). Bis Anfang März gab es fast drei Millionen Downloads. Die parallele Nutzung von Fernsehen und Internet via Laptop, Tablet oder Smartphone gewinnt nach Ansicht von ProSiebenSat.1 an Bedeutung. dpa

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