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Aktionstag gegen Rassismus

Tausende Teilnehmer bei »My Right is your Right«-Demonstration

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Es sei eine »katastrophale, feige und menschenverachtende Politik«, die die Bundesregierung gegenüber Flüchtlingen verfolge. Shermin Langhoff, Intendantin des Gorki-Theaters, findet deutliche Worte bei der Auftaktkundgebung der Demonstration »My Right is your Right« am Spreewaldplatz in Kreuzberg. In ihrem Beitrag rezitiert sie rund 20 Artikel der Erklärung der Menschenrechte. Schnell wird klar, dass ein Großteil dieser Rechte nicht für alle hier lebenden Menschen gilt. »Wir müssen diese Rechte scheinbar so lange vorlesen, bis sie endlich selbstverständlich geworden sind«, sagt Langhoff.

Im November letzten Jahres gründeten Kulturschaffende, Anwälte, Kirchenleute und andere die Initiative »My Right is your Right« - mein Recht ist dein Recht. Mittlerweile gibt es rund 90 unterstützende Vereine und Gruppen. Ziel der Kampagne ist es, ausgehend von den Kämpfen der Geflüchteten und Aktivisten auf dem Oranienplatz und in der Gerhart-Hauptmann-Schule, deren Forderungen - unter anderem mit den Möglichkeiten der Kultur - verstärkt in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Türen der Theater sollen für die Anliegen und Ideen von Flüchtlingen und Migranten weit geöffnet werden. »Our stage is your stage« (Unsere Bühne ist eure Bühne), ruft Langhoff. Eine Kampagne, die Kontinuität verspricht in einer Zeit, in der die antirassistische Bewegung schwach ist und in der Proteste oft wenig Konstanz haben.

Zur Demonstration, der ersten größeren öffentlichen Aktion der Kampagne, haben sich einige Tausend Menschen auf dem Spreewaldplatz versammelt. Von mehreren Lautsprecherwagen aus wird performt, geredet und gesungen. Dutzende orangefarbene Fahnen der Kampagne wehen.

Am Mikrofon stehen zwei Schauspieler. Ein Mann aus Pakistan schildert seine Flucht, und wie er in einem Heim in Osnabrück erstmals Kontakt zu einer deutschen Unterstützergruppe bekam. Wie er anfangs dachte, es handele sich um Zivilpolizisten, sich aber bei einer nächtlichen Blockadeaktion Vertrauen einstellte und er Teil der Gruppe wurde. Sein Text endet mit dem Satz »Dann habe ich gesagt: Das ist unser gemeinsamer Kampf!« Ein Credo, das angesichts der vorhandenen Streitigkeit zwischen antirassistischen Gruppen oder zwischen Flüchtlingen und ihren Unterstützern bedenkenswert ist. Shermin Langhoff sieht die Kampagne von solchen Differenzen weit entfernt. »Wir sind eine bürgerschaftliche Initiative von Kulturschaffenden und anderen Aktiven. Darum haben wir keine Probleme mit Streitigkeiten, wie sie teilweise zwischen linken Gruppen auftreten.«

Die Demonstration startet und geht vorbei an der Gerhart-Hauptmann-Schule, die erst kürzlich eine erneute Räumungsaufforderung bekam. Davor stehen behelmte Polizisten. Zwischenkundgebung auf dem Oranienplatz. Die Theatergruppe JugendTheaterBüro aus Moabit markiert mit einem überdimensionalen Stempel die Räumung des Protestcamps vor einem Jahr als rassistisch konnotiert und stempelt »Name it Racism« auf ein Plakat an der Infobox. Schließlich ziehen die Demonstranten weiter Richtung Friedrichstraße, wo die Abschlusskundgebung stattfindet.

Bereits zwei Stunden vorher rief der Türkische Bund Berlin-Brandenburg (TBB) zur Aktion »5 vor 12« auf. An verschiedenen Orten in Berlin wurde gegen die unterschiedlichen Ausprägungen von Rassismus demonstriert. Hintergrund der Aktion ist zum einen die sowohl in Berlin als auch in Brandenburg angestiegene Zahl von rassistischen Gewalttaten, das Erstarken rechtspopulistischer Strömungen wie Pegida sowie der staatliche Umgang mit den NSU-Verbrechen. Mehrere Politiker der LINKEN demonstrierten auf dem Alexanderplatz und ließen um 11:55 Uhr mit Trillerpfeifenuntermalung Luftballons aufsteigen. Zur Aktion hieß es: »Wir kämpfen um die Köpfe und Herzen der Menschen gegen Rassismus, für Demokratie, Weltoffenheit und eine Kultur des Willkommens und der Solidarität mit Flüchtlingen und anderen Einwanderinnen und Einwanderern.«

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