Spanien lässt Banco Madrid fallen

Behörden schauten bei Geldewäscheskandal solange weg, bis Washington Druck machte

  • Von Ralf Streck, Madrid
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Adios, Banco Madrid: Der spanische Rettungsfonds FROB und die Zentralbank haben entschieden, dass das Geldhaus abgewickelt werden soll. Ein Systemrisiko sei nicht gegeben, der Einsatz staatlicher Mittel daher nicht gerechtfertigt, teilten die beiden In-stitutionen mit.

Hintergrund der Pleite ist ein Geldwäscheskandal, in dessen Zentrum die Muttergesellschaft Banca Privada D’Andorra (BPA) steht. Deren Vorstandschef Joan Pau Miquel Prats sitzt seit einer Woche in Untersuchungshaft. Während die BPA nun von dem Pyrenäenstaat zwangsverwaltet wird, fror die spanische Bankenaufsicht vor einer Woche alle Finanzgeschäfte der Banco Madrid ein. Die Zentralbank setzte die Direktion ab, übernahm die Führung und meldete Insolvenz an.

Damit betritt Spanien Neuland - bisher wurden alle angeschlagenen Banken und Sparkassen gerettet. Zu den Gründen gehört sicher auch, dass im Superwahljahr die Rettung betuchter Kunden schwer vermittelbar ...


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