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Flugzeugabsturz: Gefundene Blackbox ist auswertbar

Germanwings-Unglück mit 150 Toten: Flugunfalluntersuchung an Absturzstelle / Französische Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein / Experten setzen auf Auswertung der Flugschreiber

Update 20.00 Uhr: Bei der Suche nach den Ursachen des Airbus-Absturzes in den französischen Alpen sind die Ermittler einen Schritt weiter: Die gefundene Blackbox sei auswertbar, es seien Stimmen im Cockpit und Geräusche zu hören, sagte der Chef der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA am Mittwoch. Es gebe aber noch »keinerlei Erklärung« für die Ursache des Absturzes des Germanwings-Fluges mit 150 Toten, darunter 72 Deutsche.

Update 18.30 Uhr: Vor dem Absturz der Germanwings-Maschine hat es keine Explosion gegeben. »Das Flugzeug ist bis zum Schluss geflogen«, es habe also keine Explosion gegeben, teilte BEA-Direktor Rémi Jouty am Mittwoch in Paris mit. Nach seinen Angaben konnte die Behörde eine »Audio-Datensammlung« aus dem ersten Flugschreiber sicherstellen. Die zweite Blackbox sei noch nicht gefunden worden.

Es sei aber »zu früh, daraus einen Schluss zu ziehen«, sagte Jouty. Es gebe nicht »die geringste Erklärung« zur Ursache: »Zu diesem Zeitpunkt kann man keine Hypothese festlegen.«

In ihrem letzten Kontakt hätten die Piloten des Airbus 320 eine Routine-Mitteilung gemacht. Vorrang habe neben der weiteren Auswertung jetzt, dass der zweite Flugschreiber gefunden werde, erklärte der BEA-Direktor. Er sei in dem schwer zugänglichen Gelände noch nicht lokalisiert worden. Warum die Maschine verspätet in Barcelona abgeflogen sei, konnte Jouty nicht sagen.

Update 17.08 Uhr: Die französischen Ermittler sind an der Absturzstelle des Ermangeln-Airbus nach wie vor auf der Suche nach der zweiten Blackbox. Nur die »Hülle« des zweiten Flugschreibers sei bisher entdeckt worden, aber »nicht die Blackbox selbst«, sagte Frankreichs Staatschef François Hollande am Mittwoch bei einem Besuch in der Nähe der Unglücksstelle in dem Ort Seyne. Die andere Blackbox, der Stimmrekorder, war bereits am Dienstag gefunden worden. Sie war beschädigt, aber nach Einschätzung der französischen Behörden auswertbar.

Update 15.19 Uhr: Einen Tag nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in den Alpen sind beim Deutschen Presserat Beschwerden über die Berichterstattung in den Medien eingegangen. Das Gremium ermahnt die Journalisten, die Identität der Opfer zu schützen.

Update 15.00 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Mittwoch in der Region des Absturzortes in Südostfrankreich eingetroffen. Gemeinsam mit Frankreichs Präsident François Hollande und dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wollte Merkel der Opfer der Flugzeugkatastrophe gedenken und mit Angehörigen der vermutlich 150 Toten vor allem aus Deutschland und Spanien zusammenkommen. Merkel, Hollande und Rajoy trafen sich dazu in Seyne-les-Alpes, wenige Kilometer entfernt von der Absturzstelle in dem schwer zugänglichen Gelände des Alpenmassivs.

Die Staats- und Regierungschefs wurden von regionalen Politikern und Vertretern der Rettungseinheiten empfangen. In ersten Gesprächen informierten sie sich über den Verlauf der schwierigen Arbeiten.

Merkel dankte den Polizisten, Gendarmen, Feuerwehrleuten, Sanitätern, Soldaten für deren Einsatz. »Das ist ein Zeichen unglaublicher Freundschaft und Hilfe. Wir sind sehr dankbar«, sagte Merkel. Gemeinsam mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft informierte sich aus erster Hand über die schwierige Bergung von Trümmern und Opfern.

Update 14.19 Uhr: Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande am Unglücksort eingetroffen. Eine Rede der Politiker wird in Kürze erwartet.

Update 13.53 Uhr: Düsseldorfer Staatsanwälte haben die deutschen Ermittlungen zum Tod der 150 Opfer der Germanwings-Katastrophe übernommen. »Die Verfahren werden von uns zentral geführt. Wir gehen davon aus, dass es sich bei allen Opfern um die selbe Todesursache handelt«, sagte ein Behördensprecher am Mittwoch.

Zunächst komme es darauf an, die Arbeit deutscher Ermittlerteams in der Absturzregion mit der französischen Justiz zu koordinieren. In einigen Monaten werde ein förmliches Rechtshilfeersuchen an Frankreich folgen mit der Bitte, die Ermittlungsergebnisse der französischen Behörden nach Deutschland zu übermitteln.

Die Staatsanwaltschaften in Deutschland sind verpflichtet, bei allen nicht natürlichen Todesfällen Todesermittlungsverfahren einzuleiten.

Update 13.20 Uhr: Einen Tag nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord hat die Lufthansa-Tochter am Mittwoch auch mithilfe anderer Airlines wieder nahezu alle Flüge angeboten. Lediglich eine Verbindung wurde gestrichen, wie Germanwings in Köln mitteilte. Einige Crews seien aber »aus Trauer und emotionaler Betroffenheit nicht einsatzbereit«. Andere Fluglinien stellten deshalb Maschinen zur Verfügung.

Germanwings setzte nach eigenen Angaben elf Flugzeuge vor allem von anderen Unternehmen wie dem Mutterkonzern Lufthansa, Air Berlin oder TuiFly auf etwa 40 Flügen ein. Germanwings-Chef Thomas Winkelmann zeigte Verständnis für Besatzungsmitglieder, die nach der Katastrophe noch nicht wieder in den Flieger steigen wollten. »Wir sind eine kleine Familie, da ist der Schock sehr groß«, sagte er. Das Management habe volles Verständnis für die Piloten.

Update 12.54 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat vor Spekulationen über die Ursache der Germanwings-Katastrophe gewarnt. Mutmaßungen sollten schon aus Rücksicht auf die Angehörigen der Opfer des Absturzes unterbleiben, sagte de Maizière am Mittwoch in Berlin. Er betonte, es gebe keine belastbaren Hinweise darauf, dass Dritte den Absturz absichtlich herbeigeführt hätten. Selbstverständlich werde aber mit Hochdruck in alle Richtungen ermittelt.

Der Minister sagte, der Absturz habe ihn tief erschüttert. »Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen.« De Maizière dankte den Helfern an der Unglücksstelle, die bei der Bergung in den französischen Alpen im Einsatz seien.

Update 12.43 Uhr: Mit einer Gedenkminute ist am Mittwoch auf deutschen Flughäfen an die Opfer des Germanwings-Absturzes erinnert worden. 24 Stunden nach dem Unglück gab es am Mittwoch um 10.53 Uhr unter anderem am Hamburger Airport eine Minute der Stille, wie eine Flughafensprecherin sagte. Auch Reisende hätten sich beteiligt. »Die Stimmung ist gedrückt, besonders unter den Beschäftigten.«

Auch an anderen deutschen Airports gab es kurzfristige Gedenkveranstaltungen von Airline- und Flughafenbeschäftigten, darunter in Düsseldorf, dem Ziel der Unglücksmaschine.

Vor der Germanwings-Zentrale am Flughafen Köln/Bonn versammelten sich ebenfalls rund 400 Menschen - Mitarbeiter von Lufthansa, Germanwings und Beschäftigte des Airports. Unter den Teilnehmern waren Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann sowie viele Piloten und Flugbegleiter. Die Trauernden legten Blumen, Kerzen, Lichter und Stofftiere nieder. Am Dienstag um 10.53 Uhr war die Verbindung zwischen dem Airbus und der Flugsicherung abgebrochen.

Auch das Bundeskabinett in Berlin legte nach Angaben von Teilnehmern eine Schweigeminute ein.

Rettungsarbeiten am Morgen fortgesetzt

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine, bei der am Dienstag alle 150 Menschen an Bord starben, sind an der Unglücksstelle in den französischen Alpen am frühen Mittwochmorgen die Bergungsarbeiten fortgesetzt worden. Ohne Schnee, Regen oder stärkeren Wind waren die Witterungsbedingungen nach Berichten französischer Medien für die Rettungskräfte und Hubschrauber besser als zunächst befürchtet. Zentraler Ausgangspunkt in die schwer zugängliche Absturzregion ist Seyne-les-Alpes.

Französische Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf

Nach dem verheerenden Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich hat die dortige Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Der zuständige Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, sagte am Dienstagabend dem Sender BFM TV, derzeit konzentrierten sich die Ermittlungen auf die Befragung von acht Zeugen. Um wen es sich genau handelte, sagte er nicht. Zuvor hatte am Dienstag bereits die französische Luftfahrtermittlungsbehörde BEA Ermittlungen aufgenommen.

Der minutenlange Sinkflug der Maschine sei »derzeit noch unerklärlich«, fügte Robin hinzu. Die französische Luftraumkontrolle habe noch versucht, Kontakt zu der Maschine herzustellen, nachdem diese plötzlich an Höhe verloren hatte. Das sei aber nicht mehr gelungen. Der Airbus A320 war am Dienstagvormittag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in einem schwer zugänglichen Gebiet in den französischen Alpen abgestürzt. Vermutlich kamen alle 150 Insassen ums Leben. Die Unglücksursache war zunächst unklar.

Fluggesellschaft erwartet »relativ schnell« mehr Informationen zum Absturz

Auch die Lufthansa - der Mutterkonzern von Germanwings - wartet auf erste Hinweise zur Ursache des Unglücks. Aus Sicht der Airline gebe es dazu am Mittwochmorgen noch nichts Neues, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Auch die Airline sei auf die Untersuchungen der Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung und ihrer französischen Kollegen angewiesen. Diese sollten voraussichtlich am Mittwochmorgen ihre Arbeit aufnehmen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte am Dienstagabend in den ARD-»Tagesthemen«, er gehe davon aus, dass »relativ schnell erste Informationen« zur Absturzursache vorliegen. Die detaillierte Auswertung werde dann länger dauern, fügte er hinzu. Die Experten setzen große Hoffnungen in die Auswertung der Flugschreiber, von denen der zweite bislang aber noch fehlt.

Nicht das erste Unglück in der Region

In der Absturzregion des Airbus A320 von Germanwings hat sich schon einmal ein schweres Flugzeugunglück ereignet. Im September 1953 stürzte eine Lockheed L-749A Constellation von Air France am Mont Le Cimet bei Barcelonnette ab. Die Unfallstelle liegt etwa 15 Kilometer nordöstlich der Absturzregion des Airbus. Nach Informationen von Aviation Safety Network wurden 1953 alle 33 Passagiere sowie neun Besatzungsmitglieder an Bord getötet.

Der Flugbetrieb bei der Lufthansa werde am Mittwoch wie geplant laufen, erklärte der Sprecher weiter. Bei Germanwings komme es aber wie schon am Dienstag zu einzelnen Flugausfällen, weil sich einige Crewmitglieder nicht flugtauglich fühlten. Die Lufthansa werde versuchen, möglichst viele Germanwings-Verbindungen zu übernehmen.

Die Rettungsarbeiten an der Absturzstelle in den Alpen wurden unterdessen für die Nacht unterbrochen und sollten am frühen Mittwochmorgen wieder aufgenommen werden. In der Maschine saßen 150 Menschen, darunter vermutlich 67 Deutsche. Es wird davon ausgegangen, dass niemand den Absturz am Dienstagvormittag überlebte.

Politiker wollen Unglücksort besuchen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Mittwoch am Unglücksort erwartet und will die Absturzstelle am Nachmittag zusammen mit Frankreichs Staatschef François Hollande und dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy besuchen. Bereits am Dienstag waren Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zu der Unglücksstelle gereist. Agenturen/nd

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