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Bitte um Nothilfe für Flüchtlinge

Kuwait sieht weitere Geberkonferenz für Opfer des Krieges in Syrien

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: 3 Min.

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Internationale Hilfsorganisationen wollen Not leidende Syrer mit einer halben Milliarde Dollar unterstützen. Eine entsprechende Zusage machten sie auf einer Geberkonferenz in Kuwait.

»73 zerstörte Panzer, 282 zerstörte gepanzerte Fahrzeuge, 408 zerstörte Einheiten/Lager, 1652 zerstörte Gebäude, 1003 zerstörte Stellungen, 151 zerstörte Ölpumpstellen und Raffinerien, 1745 weitere zerstörte Ziele.« Summa summarum ergibt das nach Auskunft von CENTCOM, dem US-Zentralkommando für den Mittleren Osten, vom 18. März 5314 zerstörte Ziele im Kampf gegen den selbst ernannten »Islamischen Staat in Irak und der Levante«. Der Kampf, der unter Führung der USA in Irak am 8. August 2014 und in Syrien am 23. September 2014 begann, hat demnach bisher 1,83 Milliarden Dollar gekostet. Die täglichen Ausgaben beziffern sich auf 8,5 Millionen Dollar.

Hilfsorganisationen könnten das Geld gut gebrauchen, um das sie seit Beginn des Krieges in Syrien immer wieder bitten müssen. Zu Beginn des fünften Kriegsjahres beginnt an diesem Dienstag erneut eine »Geberkonferenz« in Kuwait, wo die Hilfsorganisationen vor den versammelten internationalen Regierungsvertretern ihre Projekte vorstellen, für deren Finanzierung sie bitten.

Etliche der staatlichen Geldgeber bezahlen sowohl für die Flüchtlinge als auch für Waffen und Kämpfer, die in Syrien dafür sorgen, dass der Krieg weiter anhält. Erst kürzlich sagten die USA, Großbritannien und andere Staaten zu, jährlich 5000 »moderate Rebellen« für den Kampf in Syrien ausbilden und bewaffnen zu wollen.

Dutzende Hilfsorganisationen nehmen an der »3. Internationalen Humanitären Geberkonferenz auf Höchster Ebene für Syrien« teil. 2013 hatten Vertreter von mehr als 40 Staaten ihnen 1,5 Milliarden Dollar versprochen, im Jahr 2014 wurden 2,4 Milliarden Dollar zugesagt. Beide Zusagen wurden nicht gehalten. Die 2014 in Aussicht gestellten Hilfeleistungen wurden nur zu 62,5 Prozent eingehalten, wie die Hilfsorganisation Oxfam angibt.

In diesem Jahr sind demnach nur 9,8 Prozent zugesagter Spendengelder an die UNO und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz überwiesen worden. Europäische Staaten hätten sich zu weniger als zehn Prozent ihres »gerechten Anteils« für die Aufnahme von besonders bedrohten Flüchtlingen verpflichtet. Die meiste Hilfe käme bisher »von Deutschland, Norwegen, Kanada und der Schweiz«.

Für dieses Jahr schätzt Oxfam, dass für rund 18 Millionen Menschen in Syrien und in den Nachbarländern »rund 8,7 Milliarden Dollar benötigt werden«.

Die UNO weist darauf hin, dass die humanitäre Lage sich in Syrien weiter verschlechtert. 12,2 Millionen Menschen seien auf Hilfe angewiesen, darunter 7,6 Millionen Inlandsvertriebene. 4,8 Millionen Syrer leben demnach in Gebieten, die »schwer erreichbar sind«, 212 000 Personen befinden sich in direkten Kampfzonen. Die Zahl der Flüchtlinge in Nachbarländern, einschließlich Ägypten, wird von der UNO mit 3,8 Millionen angeben.

Vom Kinderhilfswerk UNICEF wurde veröffentlicht, dass sich die Zahl der hilfsbedürftigen syrischen Kinder seit 2012 um das 15-fache auf 7,6 Millionen erhöht habe. Zwei Millionen dieser Kinder sind demzufolge Flüchtlinge. UNICEF half 2014 bei einer landesweiten Schutzimpfaktion gegen Polio, verteilte Trinkwasser und unterstützte mehr als 3,4 Millionen Kinder beim Unterricht und mit psychosozialen Hilfsprogrammen. Um die Arbeit fortzusetzen, bittet UNICEF deshalb jetzt um weitere 903 Millionen Dollar für das laufende Jahr.

Besonders betroffen von dem Krieg in Syrien sind die 560 000 Palästinenser, die in dem Land Zuflucht gefunden haben. Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) braucht, wie es jetzt öffentlich machte, 415 Millionen Dollar, um den in Syrien lebenden Palästinensern weiter helfen zu können.

Alle 12 Flüchtlingslager in Syrien sind durch Kämpfe ganz oder teilweise zerstört worden, ein Drittel aller UNRWA-Einrichtungen, darunter Schulen und Gesundheitszentren, ist außer Betrieb. Das UNRWA geht davon aus, dass 80 000 Palästinenser Syrien in Richtung Jordanien, Libanon oder Ägypten verlassen haben. Alle Staaten der Region haben inzwischen Einreisesperren gegen die syrische Palästinenser wie auch gegen Syrer verhängt.

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