Die Jugend verlässt Portugal

Hochqualifizierte Jungakademiker und Facharbeiter kehren dem Krisenstaat den Rücken

  • Von Hans-Gerd Öfinger, Lissabon
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Portugals Regierung versucht, seine ausgewanderte Jugend zurück ins Land zu holen. Kritiker bewerten die Bemühungen Lissabons jedoch als halbherzig.

Knapp ein halbes Jahr vor der nächsten Parlamentswahl ist die konservative portugiesische Koalitionsregierung bemüht, sich in ein positives Licht zu rücken und Optimismus zu verbreiten. So verkündete das Kabinett von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho dieser Tage einen »Strategischen Migrationsplan 2015-2020« (portugiesische Abkürzung: PEM), mit dem im Ausland lebende Portugiesen zur Rückkehr in ihr Heimatland bewegt werden sollen. Bei näherer Betrachtung hält der Plan aber nicht, was er verspricht.

So sagt das Papier öffentliche Gelder etwa für die Wiedereingliederung oder Unternehmensneugründungen zu, nennt allerdings keine exakten Geldbeträge. Regierungskritiker weisen derzeit in TV-Talkshows unermüdlich darauf hin, dass die für PEM vorgesehenen Mittel nur einen Tropfen auf den heißen Stein ausmachten und selbst mit Rückkehrprämien keiner von den mehreren hunderttausend gut ausgebildeten jüngeren Menschen, die das Land i...


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