Panikmache hat Konjunktur

Sammelband setzt sich kritisch mit biologistischen und rechtspopulistischen Ansätzen zum Bevölkerungswachstum auseinander

  • Von Alexander Amberger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Rechtspopulisten nutzen die Angst vor »Überfremdung« für Ausgrenzungskampagnen. Probleme der Bevölkerungspolitik müssen jedoch anders gelöst werden.

Vor über 200 Jahren behauptete der britische Ökonom Thomas Malthus, dass die Bevölkerungszahl durch die Menge der Nahrung bestimmt werde, somit kinderreiche Arme selbst schuld an ihrem Elend seien. Die Lösung sah er in Enthaltsamkeit. Dass er es sich damit zu einfach machte, kritisieren vor allem Marx und Engels: Soziale Ungleichheit und mögliche Produktivitätssteigerungen überging Malthus. Nicht Kinderreichtum war Schuld am Hunger, sondern Armut und Ausgrenzung.

Doch Malthus’ Irrlehre hat ihn überlebt und findet sich in modernisierter Form wieder - vorrangig im konservativen und rechtspopulistischen Spektrum. Nun steht nicht mehr das Verhungern der Bevölkerung im Zentrum, sondern deren Aussterben bzw. der Verfall des »Abendlandes«. Ob die Angst vor dem Verschwinden des »eigenen Volkes«, verbunden mit Pegidas Gespenst der Islamisierung Europas oder die gescheiterte Ecopop-Initiative in der Schweiz: Panikmache hat Konjunktur.

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