Gegen die alltäglichen Repressionen

Die palästinensische Autonomiebehörde kann jetzt auch selbst um Ermittlungen gegen Israelis ersuchen

  • Von Oliver Eberhardt, Jerusalem
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Ab heute ist Palästina Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofes; Israel und die Vereinigten Staaten versuchen weiterhin, Ermittlungen zu verhindern. Doch die Möglichkeiten sind nun begrenzt.

Als Mohammad Khalili am Dienstagmorgen sein Feld außerhalb von Ramallah erreicht, weiß er schon ungefähr, was ihn erwartet: »Ein Freund hat mich heute nacht angerufen«, sagt der Bauer, und klingt resigniert, während er vor den umgerissenen jungen Olivenbäumen, seinem zerstörten Schuppen steht: »Preisschild« hat jemand auf ein paar Bretter geschmiert.

»Preisschild« - das ist der Slogan radikaler israelischer Jugendlicher: Zerstörungen, Angriffe wie diese seien der Preis, wenn jemand gegen die Siedlerbewegung vorgehe. »Wir können nichts dagegen machen. Eigentlich haben hier die Israelis für Sicherheit zu sorgen. Doch die Polizei, das Militär tun nichts dagegen. Und wenn wir selbst etwas unternehmen, werden wir des Terrorismus beschuldigt.«

Vorfälle wie diese geschehen oft; mehr als 300 Angriffe gegen palästinensisches Eigentum habe es im Westjordanland in diesem Jahr schon gegeben, erklärt das palästinensische Justizminist...


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