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Projekt für sowjetische Kriegsgefangene gerettet

Sachsen übernimmt zunächst Finanzierung des Projektes zur Schicksalsklärung / Linken-Politiker: Bund soll seiner Verantwortung nachkommen

Berlin. Die Finanzierung der Dokumentationsstätte der Stiftung sächsische Gedenkstätten, die über die umfangreichste Kartei sowjetischer Kriegsgefangener verfügt, ist offenbar gesichert. Nach Angaben der Linksfraktion im Sächsischen Landtag liegt dort ein Änderungsantrag zum Haushalt 2015/2016 vor, in dem die regierende CDU/SPD-Koalition entsprechende Haushaltmittel zur Weiterfinanzierung beantragt.. Ab 2016 solle sich auch der Bund hälftig an den Aufwendungen beteiligen. Die Linksfraktion in Sachsen hatte sich zuvor selbst mit einem Antrag für die Rettung des Forschungsprojektes zur Schicksalsklärung von sowjetischen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges stark gemacht. Die Finanzierung war zuvor von Bundesseite eingestellt worden, obwohl die Datenbank mehrere Hunderttausend Zugriffe pro Jahr registriert und mehr als 300 individuelle Anfragen im Monat eingegangen waren.

Keine Auskunft unter dieser Nummer
Dresdner Dokumentationsstelle über sowjetische Kriegsgefangene vor dem Aus? - hier

Der kulturpolitische Sprecher der sächsischen Linksfraktion, Franz Sodann, reagierte »mit Freude« darauf, dass die Initiative der Linken »offenbar Wirkung zeigt«. Allein im Januar und Februar hätten wegen der Haushaltsprobleme 252.000 Zugriffe auf die Datenbank unbeantwortet bleiben müssen. Er erwarte »nunmehr die zügige Schaffung der Voraussetzungen zur Wiederaufnahme der Auskunftserteilung und des Forschungsprojektes«, so Sodann. »Eine Million Schicksale konnten schon geklärt werden, eine Million Datensätze und Karteikarten warten noch in deutschen, russischen und ukrainischen Archiven auf Aufarbeitung. Damit haben nun die Hinterbliebenen von fast einer Million toten, zu Tode gekommenen sowjetischen Kriegsgefangenen die Chance, Klarheit über deren Schicksal zu erlangen.«

Auch der Vizevorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, begrüßte »es sehr, dass sich die sächsische Regierungskoalition hier bewegt und offenbar für den Bund mit einspringt«. Die Linksfraktion werde »bei der Bundesregierung Druck machen, dass sie ihrer Verantwortung nachkommt und dieses wichtige Projekt mit internationaler Strahlkraft wieder voll unterstützt«, kündigte Korte an. Seine Fraktion hatte unlängst auch einen Antrag zur symbolischen Anerkennung des Leids sowjetischer Kriegsgefangener eingebracht. nd

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