Geistige Dehnübungen

Wolfgang Storz über die Frage, wer endlich etwas tun könnte, um das Thema Reeder-Enteignen in Griechenland auf die Tagesordnung zu setzen

  • Von Wolfgang Storz
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Ingrid Kurz-Scherf, feministische Marxistin an der Universität Marburg, staunte jüngst anlässlich einer Diskussion: Warum denn niemand das Naheliegende fordere - die griechischen Reeder zu enteignen und ihre Unternehmen von einem im öffentlichen Interesse arbeitenden Management effektiv führen zu lassen.

Keine Angst: Wer dies forderte, der müsste sich nicht als radikaler Linker outen, sondern lediglich des Verdachtes aussetzen, er sei ein wirtschaftlich vernünftig denkender europäischer Bürger, der das deutsche Grundgesetz noch kennt. Für die Jüngeren unter uns: Das ist ein heute altertümlich anmutendes Dokument, das im wirklichen Leben keine Rolle mehr spielt, weil in ihm Sätze stehen, die so unwirklich wie dieser klingen: »Eigentum verpflichtet«. Das Grundgesetz anerkennt das Institut des Privateigentums und die Freiheit, über es zu verfügen. Aber: Dieser Gebrauch dürfe im schlechtesten Fall dem Gemeinwohl nicht widerspreche...


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