Blökende Botschafter aus Thüringen

Das Rhönschaf war in den 1980er Jahren fast ausgestorben, jetzt ist es wieder präsent

Rhönschafe sind ein Aushängeschild für erfolgreiche Tierzucht in Thüringen. Nachdem die Rasse mit dem schwarzen Kopf nahezu verschwunden war, hat sich die Population inzwischen wieder erholt.

Erfurt. Weiße Wolle, schwarzer Kopf: Das Rhönschaf gehört zu den gefährdeten Nutztierrassen in Deutschland. Züchter aber geben Entwarnung, denn den Vierbeinern geht es wieder gut - die Bestände haben sich erholt. Seit einigen Jahren gibt es Herden in ganz Deutschland, vorrangig leben die Tiere jedoch in thüringischen, hessischen und bayerischen Teilen der Rhön. Dort gehören sie zu den Attraktionen der von der UNESCO zum »Biosphärenreservat« ernannten Landschaft. Die Schäfer freut das, denn das war nicht immer so. Allein in Thüringen kümmern sich aktuell mehr als 30 Züchter um den Erhalt der Rhönschafe, die zwischen 60 und 100 Kilogramm wiegen. »1984 gab es gerade einmal noch 40 Tiere«, sagt Arno Rudolph, Zuchtleiter des Thüringer Landesverbandes der Schafzüchter. »Mittlerweile zählen wir hier wieder mehr als 2000 Tiere.«

Zwar brächten andere Schafe bessere Erträge, was Wolle und Fleisch angehe. Dennoch sei das Rhönschaf bei den Züchtern sehr beliebt, so Rudolph. Es sei genügsam und komme mit den kargen Böden des Mittelgebirges gut zurecht.

»Das Rhönschaf ist eine Erfolgsgeschichte«, sagt die Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH), Antje Feldmann. Das Tier habe seinen Namen von der Region bekommen und trage diesen in die Welt.

Seit 1986 gibt die GEH eine Rote Liste heraus, auf der derzeit 132 gefährdete Nutztierrassen in Deutschland aufgeführt sind. Als Grundlage für ihre Aufstellung erhebt die GEH die Bestände der Tiere sowie die Anzahl der Züchter, um einen Trend feststellen zu können. Unterschieden wird nach »extrem gefährdet«, »stark gefährdet«, »gefährdet« und der sogenannten Vorwarnstufe. Dank nachhaltiger Pflege der Bestände taucht das Rhönschaf mittlerweile in der letzten Kategorie auf. Entwarnung könne es noch nicht geben. Aktuell gebe es zwar Fördergelder der EU und der Länder, damit die Tiere weiterhin heimische Kulturlandschaften pflegten und prägten - der Aufwärtstrend halte also an. »Aber das kann sich auch wieder ändern«, so Feldmann. dpa/nd

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