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Qualitätsinitiative für ein gesundes Schulessen

Die Hälfte der Schüler greift zum Pausenbrot, geht zum Imbiss oder an den Süßigkeitenautomaten

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 2 Min.
Das Schulessen in Brandenburg ist zwar vergleichsweise billig, aber nicht immer gut. Ein Zertifizierungsverfahren (QBra) für die Essenslieferanten soll die Qualität des Angebots verbessern.

Ein neues System für die Qualitätssicherung beim Schulessen hat Brandenburgs Verbraucherstaatssekretärin Anne Quart am Dienstag vorgestellt. Ziel des »deutschlandweit einzigartigen Systems« sei es, »ein gesundes und hochwertiges Schulessen anzubieten«. Quart zeigte sich überzeugt: Formfleisch, künstliche Aromen oder Geschmacksverstärker sollen »bald keinen Platz mehr haben«.

Schulessen soll nicht nur gut schmecken, sondern auch gesund sein. Ein QBra genantes Kontrollsystem, das Schulträger, Schüler, Eltern und Lieferanten einbezieht, soll die Verbesserung bewirken und beispielsweise früh signalisieren, wenn der Fettanteil zu hoch sein sollte.

»QBra befindet sich derzeit in der Einführungsphase«, erläuterte Quart. Der Projektbeauftragte Rainer Friedel stellte die vorgesehenen »Loggbücher für Ernährungszufriedenheit« vor. Sie sollen überall dort ausliegen, wo die freiwillige Zertifizierung stattfindet. Einmal im Jahr werden die rund 120 Lieferanten in Brandenburg dann von einer Fachkraft überprüft, die sich auch die Rezepte ansieht.

Bislang gebe es »viele Beschwerden«, weiß Patrick Luchmann vom Verbraucherschutzministerium. Derzeit nimmt die Hälfte der 220 000 Schüler in Brandenburg gar nicht erst am Schulessen teil. Sie versorgen sich durch mitgebrachte Pausebrote, beim Bäcker nebenan, in der Dönerbude oder am Süßigkeitenautomaten. Vor allem die Süßigkeitenautomaten konkurrieren mit dem Schulessen. Kinder und Jugendliche sind den ausgeklügelten Werbestrategien der Hersteller ausgeliefert. Appelle zur gesünderen Ernährung prallen erfahrungsgemäß ab. Keine Kampagne der vergangenen Jahre hat daran etwas ändern können. Da konnten die Bildungs- und Gesundheitsminister noch so viele Frühstücksboxen packen. Aber verboten wurden die Süßigkeitenautomaten deswegen nicht.

Wenn immer mehr Schulen auf Ganztagsbetrieb umstellen, könnten wieder mehr Schüler am Schulessen teilnehmen, mutmaßte Luchmann. Mit einem Durchschnittspreis von 2,26 Euro ist das brandenburgischen Schulessen vergleichsweise günstig zu haben. In Berlin müssen für eine Mahlzeit im Schnitt 3,20 Euro hingelegt werden. Friedel und Luchmann denken, die vorgesehene Zertifizierung mache das Schulessen nicht zwangsläufig teurer. Doch wenn die Verwendung höherwertiger Zutaten angeschoben werden soll, dann wird das Essen gewiss auch teurer. Es wird beispielsweise angeregt, viermal im Monat Fisch aus wenig überfischten Gewässern anzubieten. Im Handel kostet dieser Fisch deutlich mehr. Und beim Pressegespräch hieß es ja auch, Berlin lasse sich Qualität etwas kosten, gebe vor, dass das Schulessen einen Bioanteil von mindestens 30 Prozent habe. »Höhere Qualität hat ihren Preis.«

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