Demokratie Zweitausenddreiunddreißig

2015 lautet die Losung des Establishments: Alles, was die Wähler an die Urne bringt, ist gute Politik. Wirklich? Ein Blick zurück, zwei Blicke voraus in eine mögliche Zukunft.

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 11.0 Min.

Morgen: 2023

Man sieht es dem Gebäude im Berliner Spreebogen nicht mehr gleich an, dass dies immer noch ein Tempel der Bundespolitik ist. Es schaut eher aus wie wie auf einem Attac-Kongress der 2000er Jahre: sympathisch chaotisch, aber auch irgendwie inoffiziell. Die üblichen elektronischen Wandzeitungen blinken schrillbunt ihre Politbotschaften in den Eingangsbereich; einige Exemplare der umstrittenen Personenkontakt-Roboter kümmern sich um die Besucher und scannen elektronische Erkennungsmerkmale. An den kleinen Büro-Drohnen, die nahe unter den Decken der Flure schweben und noch vor ein paar Jahren das große Thema waren, stört sich hier niemand mehr.

Vor dem Haus protestiert eine von irgendeiner Lobbyorganisation gemietete Gruppe von Gelegenheitsdemonstranten. Immer in Mikrofonweite: Einige der neuen vollautomatischen Rechercheeinheiten, kleine Fluggeräte, die von den führenden Internetplattformen zur Berichterstattung...


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