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Kein Geld für Impfverweigerer

Australische Regierung streicht staatliche Sozialleistungen bei Verzicht auf Spritze

  • Von Barbara Barkhausen
  • Lesedauer: 3 Min.

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In Australien greift die Regierung gegen Eltern durch, die ihre Kinder nicht impfen lassen. Künftig sollen sie keine der Sozialleistungen mehr erhalten, die Familien zustehen.

Sydney. In Deutschland drohen Politiker bereits mit Impfzwang, nachdem sich die Masern wieder ausgebreitet haben. In Kanada »gesteht« eine Mutter mit sieben ungeimpften Kindern, die alle an Keuchhusten erkrankt sind, reumütig ihre »Fehler« ein. Auch die USA diskutieren seit einer Masernepidemie, die vor kurzem unter Besuchern des Vergnügungsparks Disneyland in Kalifornien ausgebrochen war, über den Trend, Kinder nicht mehr zu impfen.

Wer sich in Australien gegen eine Impfung entscheidet, dem wird das auch künftig nicht verboten. Er soll aber keine staatlichen Sozialleistungen mehr erhalten wie Zuschuss für ärmere Familien oder Unterstützung bei den Kosten der Kinderbetreuung. Maximal können einer Familie über 18 000 Dollar pro Jahr entgehen. Medizinische oder religiöse Gründe sind von den Regelungen ausgeschlossen.

Familien, die Impfgegner aus Überzeugung sind, werden die neuen Regulierungen in Australien harsch finden. Ärzte begrüßen die Regelung dagegen. »Bei der Impfung von Kindern ging es nie nur um ein Kind und eine Spritze oder um das Recht von Eltern, für sich allein zu entscheiden«, schrieb der Arzt Dean Robertson in einem Kommentar für den »Sydney Morning Herald«. »Es ist die Verantwortung einer Gemeinschaft und es ist diese Verantwortung, vor der sich die Eltern drücken. Beim Impfen geht es darum, alle unsere Kinder zu schützen.«

Die Debatte ist in Australien voll entbrannt: Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen aus Angst vor Impfschäden und weil Meinungen von Bekannten oder aus dem Internet sie verunsichert haben, lieben ihre Kinder mit Sicherheit genauso wie die, die impfen lassen. Sollte also eine Regierung so sehr in die Familienstruktur eingreifen, dass sie eine Impfpflicht vorschreibt und den Eltern das Recht auf eine freie Entscheidung wegnimmt?

Andererseits sind gefährliche Erkrankungen wie Diphtherie oder Kinderlähmung nur aufgrund der Impfprogramme ausgerottet worden. Weitaus mehr Menschen ist so über die Jahrzehnte das Leben gerettet worden, als es Impfschäden gab. Impfgegner, deren Kinder nicht krank werden, ruhen sich damit auf den Errungenschaften derer aus, die impfen.

Seit jedoch immer mehr nicht mehr impfen, steigen auch die Zahlen der Kinder an, die an unter Umständen tödlichen Krankheiten wie Masern oder Keuchhusten erkranken. Auch die australische Regierung entschied sich für ihre neue sogenannte »No Jab, No Pay«-Regulierung (»Keine Spritze, kein Geld«), nachdem die Zahl der unter Siebenjährigen, die nicht geimpft wurden, in den vergangenen zehn Jahren von rund 24 000 auf 39 000 Kinder angestiegen war.

Erst im März machte das Schicksal eines Babys Schlagzeilen, das in einem Krankenhaus in Perth starb, nachdem es sich mit Keuchhusten infiziert hatte. Kleinkinder, Schwangere und ihre ungeborenen Babys sowie ältere Menschen sind besonders gefährdet, an Krankheiten wie Masern, Windpocken, Keuchhusten, Röteln oder Mumps zu sterben oder schwere Behinderungen davonzutragen.

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