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Fünf Lückenfüller laden ein

In der Havelregion startet mit der Bundesgartenschau 2015 nun ein Experiment

  • Von Harald Lachmann
  • Lesedauer: 3 Min.

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Dass die diesjährige Buga eigentlich schon längst an Karlsruhe vergeben war, bevor dann die Havelregion zu Standort erklärt wurde, ist nahezu vergessen. Am Samstag nun startet die Buga 2015.

Letzte Vorbereitungen an Sachsen-Anhalts Buga-Standort Havelberg: Rings um den ehrwürdigen Dom sind ab Sonnabend unter anderem verschiedene Museumsgärten zu besichtigen. Die Bundesgartenschau 2015, die nun ihre Tore öffnet, wird erstmals durch eine ganze Region ausgerichtet. Fünf Kommunen in zwei Bundesländern haben sich für die Schau zusammengetan: Brandenburg/Havel, Rathenow, Premnitz und Rhinow/Stölln in Brandenburg und eben Havelberg in Sachsen-Anhalt. Fast vergessen ist, dass die Havelregion ursprünglich nur dritte Wahl war.

Vielleicht hat es mit diversem Nachholbedarf bei öffentlichem Grün zu tun, vielleicht auch mit der bis 1990 ausgeprägten Laubenpiepermentalität vieler Ostdeutscher: So oder so - die nicht mehr so ganz neuen Länder haben noch immer fast ein Abonnement auf die Buga-Ausrichtung. Es begann mit dem brandenburgischen Cottbus, das 1995 zunächst kurzfristig für Berlin einsprang. 1999 folgte dann Magdeburg, 2001 Potsdam, 2003 Rostock mit der IGA, 2007 Gera samt Ronneburg, 2009 Schwerin. 2017 ist schließlich doch noch Berlin an der Reihe und 2021 dann Erfurt.

Doch dazwischen schob sich nun mit der Havelregion noch ein Quintett, das lange niemand wirklich auf dem Radar hatte. Denn die diesjährige Buga war längst an Karlsruhe vergeben, das 2015 sein 300-jähriges Bestehen feiert. Die Badener zogen sich indes aus »finanziellen wie zeitlichen« Nöten ebenso zurück wie das niedersächsische Osnabrück, das bereits als Ersatz bestimmt worden war.

Nicht einmal Brandenburgs Regierung, in deren Beritt außer dem sachsen-anhaltischen Havelberg all jene Kommunen liegen, trug lange Zeit den grenzüberschreitenden (Havel-)Brückenschlag mit: Sie befürchtete einen Flop. So spricht man vor Ort denn auch von einer »von unten ertrotzten« Initiative. Tatsächlich lagen die Risiken auf der Hand. Noch nie erstreckte sich eine Buga über fünf Orte und eine Gesamtfläche von 54,7 Hektar. Keine der Kommunen schwimmt im Geld, keine hat Erfahrung im Ausrichten solch eines Millionenspektakels, selbst wenn die deutsche Optik-Wiege Rathenow 2006 immerhin eine Landesgartenschau meisterte.

Zudem treibt jede der Havelkommunen natürlich auch eigene Interessen um. Den Domstädten Brandenburg und Havelberg geht es etwa um die Aufwertung ihrer historischen Altstädte. Dem 350-Seelen-Dorf Stölln wiederum geht es um mehr Bekanntheit seines Fliegerparks sowie seiner Bedeutung für die Luftfahrt: Ab 1893 startete Otto Lilienthal auf dem hiesigen Gollenberg erste Flugversuche. Selbst Erhard Skupch, Geschäftsführer der Havel-Buga, räumte ein: »Es ist ein Experiment. Buga ist in Deutschland eingeführt. Wir machen eine, die anders ist.« So liegen die einzelnen Areale bis 80 Kilometer voneinander entfernt. Um das Ganze zu koordinieren, gründeten die fünf Kommunen bereits 2009 mit der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) in Bonn einen Zweckverband. Ziel war es, den gemeinsam Etat von 40 Millionen Euro nachhaltig gärtnerisch zu investieren. So entstanden acht Parks, zwei Hallenschauen, aber auch eine Aussichtsplattform in Premnitz, eine Fußgängerbrücke in Rathenow und ein Fahrstuhl hinauf zum Park am Marienberg in Brandenburg.

Nun frohlockt man in den beteiligten Rathäusern: Im Gegensatz zu anderen großen Vorhaben in und außerhalb der Region habe man den Zeitplan eingehalten. DBG-Chef Jochen Sandner schwärmt inzwischen in höchsten Tönen: »Eine Buga zum Wiederkommen!«

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