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Blitzgescheit ist das nicht

Kurt Stenger über Radarkontrollen und eine unfähige Verkehrspolitik

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Geschwindigkeitskontrollen und Bußgelder sind ein höchst emotional diskutiertes Thema, denn eigentlich fühlen sich alle persönlich betroffen: Die aus Zeitdruck oder zum Spaß rasenden Fahrer sehen sich als freie Bürger angegriffen. Ausgerüstet mit auf Radarkontrollen geeichtem Blick, durch Radiokanäle verbreitete Echtzeitinfos über die neuesten »Flitzerblitzer« oder gar allerlei technischem Spähgerät, übt sich der Kleinbürger mal in zivilem Ungehorsam. Dagegen sehen Defensivfahrer und Fußgänger ihre körperliche Unversehrtheit - sowie Eltern die ihrer Kinder - im Straßenverkehr durch Raser bedroht. Manche Debatte führt fast zurück zu Grundsatzfragen von Staat und Demokratie in der bürgerlichen Gesellschaft.

Dabei geht es um weit Konkreteres: eine Verkehrspolitik, die Gefahren durch Tempodrosselung reduziert und für flüssigen Verkehr sorgt. Die meisten Staus entstehen dadurch, dass zu viele Einzelverkehrsteilnehmer mit stark unterschiedlichem Tempo unterwegs sind. Auch deshalb wäre es also ein gutes Mittel, dass der Staat einen für alle erschwinglichen, umweltfreundlichen Nahverkehr befördert. Selbst wenn mal viele unverantwortliche Raser aus dem Verkehr gezogen werden, helfen Blitzmarathons nicht weiter. Sie sind symbolische Aktionen, die von einer fehlenden Strategie für den Straßenverkehr ablenken. Blitzgescheit ist das nicht.

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