Klagelied der Versicherungswirtschaft

Enteignet die EZB-Politik die deutschen Sparer? Harald Wolf verneint diese Frage

Eine eigentümliche Koalition hat sich gegen die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gebildet. Sparkassenverbandspräsident Georg Fahrenschon beklagt eine »Beschädigung der Sparkultur« und erkennt - wie auch AfD-Chef Bernd Lucke - eine »Enteignung der Sparer«. Und der Entwurf des Leitantrags der LINKEN für den Bielefelder Parteitag macht sich zum Fürsprecher des Mittelstands, der durch die »gegenwärtige Nullzinspolitik enteignet« werde. Auf den ersten Blick scheint diese Kritik plausibel und obendrein populär - denn wer ärgert sich nicht beim Blick auf sein Sparkonto (falls vorhanden) und mikroskopisch niedrige Zinsen?

Aber was auf den ersten Blick plausibel erscheint, hält einer genaueren Prüfung oft nicht stand. Denn die eigentliche Wurzel für die gegenwärtig niedrigen Zinsen ist nicht die Politik der EZB, sondern etwas anderes: die Wachstums- und Investitionsschwäche sowie die deflationären Tendenzen im Euro...

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