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Gesammeltes aus »tausend Jahren«

Dietzhausen hatte 1945 rund 1150 Einwohner. Es heißt, vor 1933 sei die KPD stark gewesen. Dann zählte man 90 NSDAP-Mitglieder, in einer handschriftlichen Liste sind 60 SA-Männer erfasst, 19 davon hatten Führerqualitäten. In der NS-Frauenschaft taten 50 Bürgerinnen mit, die 14- bis 17-Jährigen waren in der Hitlerjugend und dem Bund deutscher Mädel rekrutiert.

Durch die Suhler Rüstungsbetriebe machte sich ein gewisser Wohlstand breit. Das änderte sich, je länger der Krieg dauerte. Man quartierte Ausgebombte vor allem aus rheinischen Städten ein. Im ehemaligen, 1936 auf dem Gelände des »Turnerbundes« eingeweihten Lager des Reicharbeitsdienstes hatte man 500 Zwangsarbeiter vor allem aus der Sowjetunion eingesperrt. Eine Baracke am Bahndamm war mit holländischen und französischen Zwangsarbeitern belegt. Im »Thüringer Hof« und im Gasthaus »Zur Linde«, in denen vor und auch nach dem Krieg Karneval gefeiert wurde, hatte man Strohsäcke für Kriegsgefangene ausgebreitet.

Zwischen 1939 und 1941 kamen pro Jahr maximal zwei Gefallenen-Bescheide ins Dort. 1942 waren es sieben, 1943 gab es 15 Todesmeldungen, 1944 zehn und 1945 sechs. 17 Soldaten aus Dietzhausen galten als vermisst.

Am 3. April 1945 zogen US-Truppen in Suhl ein, ein paar Tage später auch in Dietzhausen. Der Kommandeur quartierte sich im Haus des Hauptlehrers i. R. Materne im Schleusinger Weg ein. Der US-Captain soll eine Geliebte aus dem Ort gehabt haben. Sie konnte Englisch. Wenn er sich mit ihr traf, wussten die Einwohner angeblich, dass die Ausgangssperre zwischen 17 Uhr und 7 Uhr nicht kontrolliert wurde. hei

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