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Spezielles Kulturverständnis

Jürgen Amendt über den Berliner Theaterstreit

In Berlin wird derzeit über die Kultur gestritten. Vordergründig geht es in dem Konflikt um die Zukunft der Theater der Stadt. Die eine Seite (die Theaterintendanten) wirft der anderen (den Politikern) vor, die Kultur dem schnöden Event zu opfern. Der Ton ist schrill: Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles, kritisierte, dass Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) kürzlich zum ersten Mal in seinem Leben in der Oper gewesen sei. Was so viel heißt wie: Der Müller, der hat ja keine Ahnung von der Hochkultur. Müller wehrte sich und ließ sich in einer Zeitung mit der Frage zitieren, »Hätte Herr Peymann seine Kritik genauso formuliert, wenn ich Dr. Michael Müller wäre?«

Es geht also um mehr als darum, wer dem Intendanten der Volksbühne, Frank Castorf, nachfolgt. Müller hat kein Abitur, Peymann dagegen schon, Müller ist gelernter Drucker, Peymann Akademiker. Der Vorwurf, Peymann pflege ein elitäres Kulturverständnis, trifft eine verunsicherte gesellschaftliche Gruppe. Der Doktortitel, einst Insignie von Bildung und wissenschaftlichem Können, gilt seit den Plagiatsaffären um die Ex-Minister Guttenberg und Schavan als Ramschartikel, die Ausweitung des Hochschulsektors hat aus einem Studium eine spezialisierte Berufsausbildung gemacht. Peymanns Kulturverständnis ist nicht elitär, es ist nur noch sehr speziell.

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