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Blick in die Frühzeit des Universums

25 Jahre »Hubble«-Weltraumteleskop: Nachfolger ist im Bau.

  • Von Jean-Louis Santini und Richard Heister
  • Lesedauer: 3 Min.

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Einen Schönheitspreis würde »Hubble« wohl nicht gewinnen. Schließlich erinnert das Gerät an ein mit Alufolie umwickeltes Kanonenrohr von den Ausmaßen eines Busses. Doch hinter dem spröden Design verbirgt sich ein Wissenschaftsinstrument, das die Menschen wie kaum ein anderes das Staunen gelehrt hat: Mit atemberaubenden Bildern aus dem All hat das Weltraumteleskop seit seinem Start vor 25 Jahren die Astronomie revolutioniert. Seine Aufnahmen, die auch Laien einen völlig unerwarteten Blick auf das Universum eröffnet haben, gehören längst zum Kulturgut der Menschheit.

»›Hubble‹ hat den Blick der Menschen auf das All und auf unseren Platz im Universum nachhaltig verändert«, beschreibt die US-Astronomin Jennifer Wiseman die Leistung des Weltraumteleskops, das am 24. April 1990 von der US-Raumfähre »Discovery« in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht wurde. Dort oben, 560 Kilometer über der Erde und damit in einem etwas höheren Orbit als die Internationale Raumstation ISS, blickt »Hubble« in die Tiefen des Alls - ungestört von der irdischen Atmosphäre.

Als seinerzeit erstes Weltraumteleskop überhaupt hat »Hubble« den Wissenschaftlern faszinierende Einzelheiten der Planeten unseres Sonnensystems enthüllt, vor allem aber ein neues Zeitalter bei der Beobachtung fernster Galaxien eingeläutet: »Hubble« spürte Objekte auf, deren Licht für die Reise zur Erde bis zu 13,4 Milliarden Jahre braucht. Dem Weltraumteleskop gelang damit ein Blick in die Frühzeit des Universums.

Daten von »Hubble« trugen außerdem zur Bestätigung der Theorie bei, dass sich das Universum beschleunigt ausdehnt - eine Entdeckung, für die drei Wissenschaftler 2011 den Physik-Nobelpreis erhielten. Das nach dem US-Astronomen Edwin Hubble (1889 bis 1953) benannte Teleskop lieferte zudem Belege, dass auch bei Sternen außerhalb unseres Sonnensystems häufig Planeten entstehen.

Legendär sind auch die Aufnahmen des Weltraumteleskops von Gas- und Staubnebeln in der Milchstraße, in denen neue Sterne entstehen. Eines dieser Bilder zeigt säulenförmige Gebilde im sogenannten Adlernebel - es wurde unter dem Namen »Säulen der Schöpfung« weltbekannt.

»Ganz wesentlich hat ›Hubble‹ dazu beigetragen, dass Menschen auf der ganzen Welt heute mit einem Gefühl des Erstaunens auf den Kosmos blicken«, bilanziert die Astronomin Wiseman vom Goddard Space Flight Center der US-Weltraumbehörde NASA in Greenbelt (US-Bundesstaat Maryland). Allerdings verlief auch die Geschichte des seinerzeit ersten Weltraumteleskops nicht pannenfrei. Denn »Hubble« hatte einen peinlichen Geburtsfehler.

Nach dem Start des von der NASA und der Europäischen Weltraumagentur ESA gemeinsam entwickelten Instruments zeigte sich schnell, dass sein 2,4 Meter großer Hauptspiegel einen Fehler aufwies, der unscharfen Bildern führte. Behoben wurde der Fehler 1993 durch eine Space-Shuttle-Mission, bei der »Hubble« eine Korrekturoptik bekam. Durch diese »Brille« konnte das Teleskop fortan scharf sehen. In den Jahren 1997, 1999, 2002 und 2009 nahmen Space-Shuttle-Astronauten weitere Wartungs- und Modernisierungsarbeiten an dem Teleskop vor.

25 Jahre nach seinem Start dürften »Hubble« noch einige Arbeitsjahre beschieden sein, auch wenn sein Nachfolger bereits im Bau ist - 2018 soll das weitaus größere »James Webb Space Telescope« starten. Mit seinem 6,5-Meter-Hauptspiegel aus 18 sechseckigen Segmenten ist der Nachfolger zwar leistungsfähiger, allerdings wird »Webb« weitgehend auf das infrarote Licht beschränkt sein. AFP

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