Eat is murder

Wie ist und isst der Mensch? Warum sollen wir mit Pflanzen machen dürfen, was wir mit Tieren nicht machen sollen? Kein Plädoyer

  • Von Franz Schandl
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Banal wie tragisch: Wer nichts isst, wird sterben. Und zwar nicht irgendwann, sondern bald. Verdauen heißt, dass wir uns verwirklichen, indem wir anderes entwirklichen. Die Ideologie einer intransigenten Gleichberechtigung aller Lebewesen oder gar Lebensformen kann nur in der Selbstabschaffung enden. Übergriffe sind also nicht abzuschaffen, sondern zu reflektieren und zu regeln.

Die Kehrseite allen Speisens ist die Entwesung von Materie. Insbesondere ihre Überführung vom Leben ins Nichtleben. Kochen bedingt ein Schlachten und ein Schneiden, ein Zerlegen, ein Verfügen, ein Kombinieren. »Meat is murder« singen die Smiths. Das ist richtig, aber tatsächlich ist es wohl noch viel schlimmer: Eat is murder! Denn ist nur das Tier eine Leiche? Was sind tote Pflanzen? Was unterscheidet Ernten von Schlachten? Nicht, dass es keine Differenzen gäbe, aber die Gemeinsamkeiten erscheinen größer als die Unterschiede. Philosophisch sowieso, abe...


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