Das Erbe der Elisabeth Grundmann

Der Einsatz einer ungewöhnlichen Frau für Integration wirkt noch heute in Hamburg nach

  • Von Sigrun Clausen und Angela Dietz
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

»Was bleibt von mir?«, fragte sich Elisabeth Grundmann. Und die engagierte Frau beschloss, ihren zehn engsten Weggefährtinnen jeweils 3000 Euro zu hinterlassen - verbunden mit einer Auflage.

Es summt wie in einem Bienenstock. Zwölf Frauen unterschiedlicher Herkunft feiern im Foyer der Schwimmhalle im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg den erfolgreichen Abschluss ihres Schwimmkurses. Unter großem Applaus überreichen die zwei Schwimm-Meisterinnen in dunkelblauen Shorts und Badelatschen die »Seepferdchen«- und »Freischwimmer«-Urkunden an gut gelaunte Schülerinnen.

Organisatorin Yasemin Barlas bedankt sich bei den Trainerinnen mit üppigen Blumensträußen. Nicht alle Frauen erhalten ein Zertifikat, doch alle haben Schwimmen gelernt. Das ist es, was zählt: Der Traum vom Schwimmen hat sich für sie erfüllt. Die 62-jährige Güldan Harmanc ist schon gespannt auf das Gesicht ihres skeptischen Ehemannes, wenn sie im Sommer ins Meer steigt: »Er kann nämlich selbst nicht schwimmen!«

Mit dem Migrantinnen-Schwimmkurs erfüllt Yasemin Barlas das Vermächtnis der 2013 verstorbenen Hamburger Pionierin der Integrationspolitik Elisabeth Grundmann. Sch...


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