Werbung

Der 8. Mai als Gedenktag? Über deutschen Langmut

Bundesregierung und die meisten Bundesländer sehen keinen Handlungsbedarf

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Bleibt die Bundesrepublik im bisherigen 40-Jahre-Rhythmus ihres Erkenntnisgewinns in Sachen 8. Mai, könnte der erst in zehn Jahren ein öffentlicher Gedenktag sein. Dann allerdings wird von jenen, für die sich im Frühjahr 1945 nach jahrelangem erlittenen Leid und unvorstellbarem Naziterror die Tore von Konzentrationslagern und Zuchthäusern öffneten, von Zeitzeugen des Holocaust und der Zwangsarbeit - wie auch von ihren Befreiern - kaum noch jemand am Leben sein.

Exakt vier Jahrzehnte hatte es gedauert, bis Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1985 öffentlich erklärte, der 8. Mai 1945 sei auch für die Deutschen ein Tag der Befreiung gewesen. Seither bemühen sich Opfer des Faschismus gemeinsam mit jungen Antifaschisten und linken Politikern in verschiedenen Parteien darum, dass diese späte Erkenntnis sich auch in angemessener staatlicher Würdigung und in Kalendern manifestiert.

»Damit der 8. Mai als Tag der Befreiung von der faschistischen Barbarei, als Gedenktag für Humanität, Toleranz und Demokratie und als Tag der Erinnerung an die Opfer sowie an die Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer in der gesellschaftlichen Erinnerung den Platz bekommt, der ihm gebührt, wollen wir, dass der 8. Mai ein bundesweiter gesetzlicher Gedenk- und Feiertag wird«, erklärte die Linkspartei zum 70. Jahrestag der Befreiung. »In nahezu allen von Nazideutschland besetzten Ländern wurden der 8. und/oder 9. Mai gesetzliche Feiertage, dies war auch in der DDR der Fall«, erinnert die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und erneuert in einer Berliner Erklärung ihre Forderung nach einem offiziellen Gedenktag am 8. Mai auch in der Bundesrepublik Deutschland.

Ein Vorstoß für die Einführung eines bundesweiten Gedenktages von vor fünf Jahren aus der damals noch rot-rot regierten Hauptstadt blieb ohne Erfolg. Die Bundesratsinitiative des Berliner Abgeordnetenhauses wurde am 24. September 2010 von der Länderkammer abgelehnt. Seit 2002 wird der 8. Mai in Mecklenburg-Vorpommern auf Betreiben der damaligen SPD-PDS-Landesregierung als »Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges« begangen. Ein Anfang. In dieser Woche hat das Regierungsbündnis von SPD und Linkspartei in Potsdam nachgezogen und den 8. Mai als gesetzlichen Gedenktag in Brandenburg verankert. oer

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!