Auf zum Happy-End-Sieg

Richard Blanks Streitschrift »Hollywood, goodbye!: Plädoyer für eine eigenständige Filmkunst«

  • Von Wolfgang M. Schmitt
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der Regisseur und Drehbuchautor Blanks setzt sich in einer Streitschrift kritisch mit Filmdramaturgie, Schauspieltheorie und Lichtsetzung auseinander, nach deren Regeln in Hollywood schon seit Jahrzenten Filme produziert werden.

In einer Szene von »American Sniper«, Clint Eastwoods erfolgreichstem Film seiner Regie-Karriere, zielt der Scharfschütze auf einen kleinen irakischen Jungen, zögert dann aber für einen Moment, den Abzug zu bedienen. Erst als er sich an die Bilder von 9/11 erinnert, die auch uns Zuschauern noch einmal präsentiert werden, drückt er ab. Da ist sie, die tödliche Kausalität, mit der Eastwood nicht zuletzt den Irakkrieg rechtfertigen will. Es ist diese Form von Kausalität, mit der man alles erklären will und die weite Teile der Hollywoodfilme beherrscht. Bemerkenswert ist die Szene nicht nur, weil Eastwood darin den Leitlinien der amerikanischen Außenpolitik folgt, sondern vor allem, weil er den Regeln Hollywoods gehorcht. Gegen eine solche Erzählweise, ohne Eastwood zu erwähnen, richtet sich der Regisseur und Autor Richard Blank mit seiner Streitschrift »Hollywood, goodbye!«. Kritisch setzt er sich darin mit den Handbüchern zu Filmdrama...

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