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Minister beraten über Kampf gegen Erderwärmung

Französische Außenminister Fabius: Zwei-Grad-Ziel bei Pariser Klimagipfel fraglich / Umweltministerin Hendricks: Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus

Klima-Experten aus aller Welt sind nach Berlin gekommen, um den UN-Gipfel in Paris vorzubereiten. Die französische Regierung warnt davor, dass bei einem Scheitern gerade die Ärmsten auf der Welt leiden würden.

Berlin. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat die Staatengemeinschaft zum verstärkten Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Sollte die Erde sich um mehr als zwei Grad erwärmen, wären die Folgen unbeherrschbar, sagte Hendricks zum Auftakt des sechsten Petersberger Klimadialogs am Montag in Berlin. »Der Kampf gegen den Klimawandel ist eine moralische Pflicht unserer Generation.« Umweltschützer forderten die Bundesregierung auf, eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Bislang reichten die von den Staaten vorgelegten nationalen Beiträge zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes bei weitem nicht aus, um im Dezember in Paris das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Damit ist gemeint, die Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit auf höchstens zwei Grad zu begrenzen.

Zum Auftakt des Petersberger Klimadialogs in Berlin, wo Regierungsvertreter aus über 35 Ländern den Paris-Gipfel vorbereiten, warnte auch der französische Außenminister Laurent Fabius am Montag vor einem Scheitern: »Die Situation ist dramatisch, wir müssen dringend handeln.« Es gebe keinen Plan B. Leidtragende würden vor allem Entwicklungsländer und kleine Inselgruppen sein, die von Klimakatastrophen wie Dürre, Hunger und Überschwemmungen direkt betroffen wären. Nach Angaben der französischen Regierung übermittelte nun Kanada als 37. von über 190 Ländern seine Pläne für den Gipfel. Am Dienstag werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident François Hollande zu der Konferenz erwartet.

Eine weitere wichtige Säule ist nach den Worten des französischen Außenministers die finanzielle Unterstützung der Entwicklungsländer. Sie benötigten unter anderem Gelder zur Anpassung an den Klimawandel. Bei vergangenen UN-Konferenzen hatte die Staatengemeinschaft versprochen, die Klimahilfen bis 2020 auf jährlich 100 Milliarden Dollar zu steigern. Zudem müssten auch Unternehmen und Städte mehr Klimaschutz betreiben. Diese Anstrengungen sollten nicht die Bemühungen der Staaten ersetzen, sondern ergänzen, sagte Fabius.

Hendricks erklärte, es gebe viele Interessen, die dem Klimaschutz entgegenstünden. Der wirtschaftliche Wandel müsse daher so gestaltet werden, dass er keine neuen Verlierer schaffe. »Wir brauchen eine klimaneutrale Weltwirtschaft in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.«

Umweltschützer forderten ein klares Signal der Bundesregierung für mehr Klimaschutz. »2015 kann zum Wendejahr für den globalen Klimaschutz werden«, erklärte Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. Es bliebe nicht mehr viel Zeit, um ein unkontrolliertes Großexperiment mit der Menschheit noch vermeiden zu können. Die Politik müsse den Rahmen setzen, damit bis Mitte des Jahrhunderts fossile Energieträger nicht mehr genutzt würden. epd/nd

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