Das bittere Ende einer Legende

Die Uni Konstanz legt ein Gutachten zur SS-Karriere eines einst verehrten Professors vor

In Konstanz (Baden-Württemberrg) machte sich Hans Robert Jauß einen Namen als Literaturtheoretiker, seine SchülerInnen verehrten ihn. Doch Jauß hatte eine finstere NS-Vergangenheit.

Für viele Jahre galt er als Vorzeigeprofessor der Universität Konstanz: Hans Robert Jauß (1921-97), weltweit bekannt als Romanist und Literaturwissenschaftler. Zwar wusste man schon in den späten 1970er Jahren um seine Mitgliedschaft bei der Waffen-SS, doch dies wurde in Konstanz lange heruntergespielt. Nun liegt eine wissenschaftliche Dokumentation vor, die das Denkmal Jauß vom Sockel holt.

Jauß hatte ab 1966 an der neu gegründeten Universität Konstanz gelehrt. Er war Mitbegründer der einflussreichen Forschungsgruppe Hermeneutik und Poetik. Sein Name ist eng verbunden mit der »Rezeptionsästhetik«, die das Verhältnis zwischen Leser und Werk in den Mittelpunkt stellt und die Literatur nicht isoliert betrachtet. Ein für damalige Zeiten revolutionärer Ansatz, der ihm den literaturwissenschaftlichen Durchbruch und internationale Anerkennung bescherte. Seine SchülerInnen verehrten Jauß.

Auslöser für die aktuelle Aufarbeitung des F...

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