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Da war nicht nur einer

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Da war nicht nur einer

Im Juli, ein jedes Jahr wieder, spricht man in Deutschland von Stauffenberg. Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Man gedenkt seiner, seiner mutigen Tat. Graf Stauffenberg, den das Attentat auf den unsäglichen Hitler unsterblich gemacht hat. Also - zunächst einmal, da hat es ihn sterblich gemacht, und zwar schon einen Tag später. Die andern gleich mit ihm, die um den Sprengsatz wussten, den der Graf 1944 in die Wolfsschanze trug - und um den Staatsstreich, der sich dem Tod des Diktators anschließen sollte. Und wie viele traf es in der Folge dann noch, die so direkt gar nicht beteiligt waren ...

»Da war jemand mit einem Gewissen.« So sagt Stauffenbergs Tochter. Eine gepflegte, ältere Frau blickt vom Bildschirm her freundlich in die Stube hinein - ein Interview Jahrzehnte danach. Kleine Kinder waren sie, so spricht sie weiter, zum Teil noch sehr klein, und der Vater war weg.

Sieht man einmal ab von der nationalsozialistischen Karriere des Grafen, die den Mann jahrelang eng an seinen Führer band und an die Politik, die der betrieb - das Wort »Politik« lässt sich in diesem Fall verlustlos durch das Wort »Verbrechen« ersetzen -, so verdient der Entschluss, dem Drama ein Ende zu setzen, in der Tat eine bleibende Würdigung. Zu wissen, misslingt, was man da vorhat, so ist man hinterher tot ... auch wenn das Gewissen recht spät erst einsetzte - Claus von Stauffenbergs entschlossene Tat in Ehren zu halten, versteht sich von selbst.

Da war aber eben nicht nur der eine, mit einem Gewissen. Hunderte gab es, tausende Familien kommunistischer, sozialistischer, christlicher Antifaschisten oder auch solcher ohne Bindung an Partei oder Glauben in der Zeit des Nationalsozialismus, in denen von heute auf morgen »der Vater weg« war. Nicht selten vielleicht auch die Mutter. Kam es sehr schlimm, sogar beide.

Ein Kalenderjahr hat so viele Tage nicht, einen jeden von ihnen mit einem Gedenktag zu ehren - so wie es am Tag des 20. Juli geschieht. All diese vielen aber verdienen die gleiche Würdigung ihres mutigen Tuns. Damit sie nicht so verschwiegen werden, wie es derzeit geschieht, entstand dieses Buch.

Aus dem Vorwort von Christel Weiß zu ihrem Buch »Da war nicht nur einer ... Eine proletarische Familien-Saga« (BS Verlag Rostock, 505 S., br., 19,90 €).

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