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Fahrradkette

h2f statt r2g: Tom Strohschneider über Zeiten, in denen Rot-Rot-Grün nicht viel mehr als eine medial-politische Spielmarke ist

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: 2 Min.

Wer über Mehrheiten jenseits der CDU reden möchte, nutzt die Abkürzung r2g. Das steht für zwei Mal Rot und einmal Grün und hat sich bewährt. Jedenfalls wissen die meisten inzwischen, worum es geht. Suchte man nach einem Kürzel, das den tatsächlichen Stand der Beziehungen von SPD, Linkspartei und Grünen beschreibt, wäre es sinnvoller, fortan von h2f zu sprechen. Das steht für »hätte, hätte Fahrradkette«. Das Zitat eines gewissen Herrn Steinbrück, der kein Freund einer Koalition mit der Linkspartei war (in Wahrheit auch nicht einer mit den Grünen), passt hier bestens.

Rot-Rot-Grün hätte (!) eine Mehrheit im Bundestag. Darauf wird jetzt wieder oft hingewiesen - vor allem aus der Linkspartei heraus. Das ist verständlich, immerhin gibt es einiges, das mit dieser Mehrheit umsetzbar wären. Und man kann die SPD damit piesacken. Doch so richtig der Hinweis auf die rechnerische Lage ist - die politische ist eine andere. Dass die SPD ihrer Basis und weiten Teilen ihres Programms widersprechend am Bündnis mit Merkel festhält, kann und sollte man kritisieren. Das wahre Problem aber liegt woanders: Eine Wechselstimmung, eine die Milieus übergreifende Solidarität, eine vielfältige Bewegung von unten, in den Betrieben und Stadtteilen, Selbstermächtigung für eine andere Republik - all das lässt sich nicht durch das Werfen medial-politischer Spielmarken allein erreichen.

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