In Taiji geht die Treibjagd auf Delfine weiter

Japanische Fischer rechtfertigen ihre grausame Fangmethode mit jahrhundertealter Tradition

  • Von Susanne Steffen, Tokio
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Der japanische Zooverband hat seinen Mitgliedern verboten, per Treibjagd gefangene Delfine einzukaufen. Nun kündigte der Fischereiverband an, die Jagd im westjapanischen Taiji trotzdem fortzusetzen.

»In unserer Region hat der Walfang eine 400-jährige Tradition. Wir wollen sie weiterführen«, erklärte Shuichi Matsumoto zur umstrittenen Jagd auf Delfine. Er ist Leiter der Delfinfänger-Genossenschaft der westjapanischen Kleinstadt Taiji. Dass Japans Zoos künftig keine Wildfänge aus Taiji mehr kaufen dürfen, habe keine Auswirkungen auf die Treibjagd, gab sich Matsumoto kämpferisch. Jedes Jahr zwischen September und April jagen Taijis Fischer Delfine, indem sie ganze Herden mit lauten, metallischen Trommelgeräuschen in eine enge Bucht treiben. Der Großteil der Tiere wird anschließend für den Verzehr in lokalen Restaurants getötet.

Diese Art der Delfinjagd stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und wird heute nur noch in Taiji angewandt. In der abgelaufenen Fangsaison ging von insgesamt 1140 gefangenen Kleinwalen und Delfinen lediglich 84 an Zoos. Internationale Tierschut...

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